Bilaterale Beziehungen

China und die EU weiten Zusammenarbeit aus

16.09.2020

Im Zeichen der Feiern zur Erinnerung an die Aufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen vor 45 Jahren weiten China und die Europäische Union (EU) auch in Zukunft ihre Zusammenarbeit aus.



Auf einer Videokonferenz am Montag kündigten die führenden Politiker Chinas und der EU die Unterzeichnung einer Übereinkunft über geographische Herkunftsbezeichnungen (GI) an, und bekannten sich zur Intensivierung der Gespräche über ein Investitionsabkommen mit dem Ziel, noch innerhalb dieses Jahres zu einem Abschluss zu kommen. Auch soll die Zusammenarbeit in Umweltfragen und Fragen der Digitalisierung verbessert werden.


Nach Auffassung von Experten habe das Treffen das Vertrauen in die bilateralen Beziehungen gestärkt und neue Gebiete der Zusammenarbeit erschlossen.

 

HOHES POTENZIAL FÜR ZUSAMMENARBEIT


Nach Darstellung des chinesischen Außenministeriums sei das Abkommen über GI zwischen China und der EU das erste umfassende, hochrangige Abkommen über geographische Herkunftsbezeichnungen und das erste große Handelsabkommen zwischen China und der EU seit mehreren Jahren. Das Abkommen erleichtere den Marktzugang für chinesische Produkte in Europa und europäische Produkte in China, sagt Cui Hongjian, Forscher am China Institute of International Studies. Es liefere anderen Volkswirtschaften der Welt ein Beispiel für Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.


Große Aufmerksamkeit werde den Verhandlungen über ein Investitionsabkommen, die im Jahre 2013 begonnen haben, entgegengebracht.


Die bislang erzielten Fortschritte hätten die Entschlossenheit Chinas und der EU demonstriert, einen regelbasierten bilateralen Vertrag abzuschließen, meint Cui.


China und die EU sollten sich auf eine pragmatische Vorgehensweise verständigen, um Meinungsverschiedenheiten in den Verhandlungen auszuräumen, da sich die Partner auf zwei unterschiedlichen Stufen der wirtschaftlichen Entwicklung befänden.


Chinas Botschafter in der EU, Zhang Ming, sagt, das der Abschluss eines Investitionsabkommens noch in diesem Jahr ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit der Partner auch in schwierigen Zeiten setzen und dem Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Flügel verleihen würde.

 

KRAFTVOLLE DIGITALE ZUKUNFT


Da die Welt Kurs auf eine digitale Zukunft nimmt, wird es für China und die EU immer wichtiger, neue Gelegenheiten zum Umbau der Wirtschaft beim Schopfe zupacken und  im neuen Zeitalter für ein sichereres Geschäftsumfeld zu sorgen. Hier bieten sich mannigfache Möglichkeiten der Zusammenarbeit.


Am Montag wurde auf der Videokonferenz zu dem der sogenannte China-EU High-Level Digital Cooperation Dialogue und grüne und digitale Partnerschaften zwischen China und der EU beschlossen.


Im Februar hat die Europäische Kommission ihre Strategie zu Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt. Sie ist von dem Wunsch der EU getragen, in diesen Bereichen eine führende Position einzunehmen.


Teil der weitreichenden Pläne ist die Schaffung eines einzigen, ganz Europa umspannenden Marktes für Daten, und sektorenspezifische Anwendungen von Big Data in den Bereichen Ökologie, Mobilität und Gesundheit.


In China hat in den letzten Jahrzehnten im Bereich zukunftsträchtiger Technologien, darunter 5G und Big Data, eine sprunghafte Entwicklung eingesetzt.


Im Jahre 2019 setzte Chinas Digitalwirtschaft 35,8 Billionen Yuan (rund 5,25 Billionen US-Dollar) um und trug laut Zahlen des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie mit einem Anteil von 36,2 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.


Digitale Dienstleistungen summierten sich im vergangenen Jahr auf einen Gesamtwert von 203,6 Milliarden Dollar und hatten einen Anteil von 26 Prozent am gesamten chinesischen Markt für Dienstleistungen.


"Der China-EU High-Level Digital Cooperation Dialogue eröffnet offiziell die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet, was für die künftige Wirtschaftsentwicklung von großer Tragweite sein wird," sagt Cui. 


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: EU,Dialog,Zusammenarbeit,Abkommen