Dialog und Kooperation unverzichtbar

Mehr Gespräche zwischen China und den USA gefordert

14.10.2021

Die jüngsten Kontakte zwischen China und den Vereinigten Staaten wiesen auf Fortschritte in den bilateralen Beziehungen hin, aber Washingtons Versicherung, dass man keine Neuauflage des „Kalten Krieges" wünsche, müsse von Taten untermauert werden, sagte Chinas stellvertretender Außenminister Le Yucheng.


Foto von Xinhua.


Die hochrangigen Gespräche zeigten, „dass China stets bereit ist, guten Willen und Aufrichtigkeit an den Tag zu legen, um die sino-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, und dass wir die Tür zum Dialog immer offenhalten", so Le.


Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden haben dieses Jahr zwei Telefonate miteinander geführt, das zweite erst vor einem Monat. Hochrangige Diplomaten beider Seiten sind im März in Anchorage, Alaska, im Juli in Tianjin und letzte Woche in Zürich zusammengekommen.


In einem Interview mit dem chinesischen Sender CGTN sagte Le am Montag, dass beide Seiten „unlängst eine Arbeitsgruppe gebildet haben, um eine Reihe spezifischer Probleme in den bilateralen Beziehungen zu besprechen".


„Dabei wurden Fortschritte erzielt. Dies beweist, dass Dialog und Kooperation unverzichtbar sind und uns Konfrontation und Konflikt nirgendwohin führen."


Die jüngsten Äußerungen der USA, wonach nicht die Absicht bestehe, einen neuen Kalten Krieg vom Zaun zu brechen, nähme China ernst, erwarte nun aber auch, dass dies „in konkrete Maßnahmen und Aktionen" umgesetzt würde.


Zu Washingtons Tendenz, die „Taiwankarte" zu spielen, warnte Le, dass das Ein-China-Prinzip die Grundlage der chinesisch-amerikanischen Beziehungen sei. Diese Grundlage in Frage zu stellen, sei „ein Spiel mit dem Feuer".


Positiver Handelsdialog


In den Gesprächen zwischen dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Liu He und der US-Handelsrepräsentantin Katherine Tai, die letzten Samstag per Videokonferenz veranstaltet wurden,  erkennt Le positive Ansätze.


Beide Seiten stimmten darin überein, dass die chinesisch-amerikanischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen für beide Länder und die Welt von hoher Bedeutung seien und China und die USA ihren bilateralen Wirtschafts- und Handelsaustausch und ihre Zusammenarbeit ausbauen sollten.


Trotz der Versuche von Seiten der USA, aufgrund des Handelskonflikts und der COVID-19-Pandemie eine Entflechtung gegenüber der chinesischen Wirtschaft zu betreiben, ist der bilaterale Handel im letzten Jahr um 8,8 Prozent gewachsen.


Am 4. Oktober hatte Tai mit der Äußerung Aufsehen erregt, dass sich die Volkswirtschaften beider Länder wieder miteinander verbinden müssten, nachdem die Vorgängerregierung noch eine Entflechtung angestrebt hatte. Tai sagte aber auch, dass die USA über „nicht marktkonforme Praktiken" Chinas weiterhin besorgt seien.


Le sagte, dass Beijing „positive Ansätze" zwischen den Zeilen der Rede Tais lese, zugleich aber entschieden die „grundlosen Anschuldigungen" zurückweise. Beide Länder bildeten „eine unteilbare Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen". Mehr als neunzig Prozent der Kosten, die durch die Erhebung von Zöllen für chinesische Waren entstanden seien, wären US-Unternehmen und den amerikanischen Verbrauchern aufgebürdet worden.


Das afghanische Erbe


Der überstürzte Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan habe die Frage nach der Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik aufgeworfen.


Zur Absicht Washingtons, sich nach dem Rückzug auf den Wettbewerb mit wichtigen Ländern zu konzentrieren, was nach Expertenmeinung gegen China zielt, sagte Le: „In zwanzig Jahren werden die USA feststellen, dass sie sich möglicherweise gegen einen falschen Feind gewandt und einen noch größeren Fehler begangen haben."


Er zitierte einen Online-Kommentar, wonach eine „abgelaufene Fahrkarte aus der Ära des Kalten Krieges nicht an Bord eines Hochgeschwindigkeitszuges aus dem 21. Jahrhundert benutzt werden kann".


Zur Gastgeberschaft Washingtons für den Leaders' Summit for Democracy noch vor Ende des Jahres sagte Le, dass die Monopolisierung des Begriffs Demokratie für gewisse Länder und das Anheizen eines Kampfes der Ideologien entlang des Frontverlaufs „Demokratie gegen Autoritarismus" das Gegenteil von Demokratie sei. 


Zur kürzlich aus der Taufe gehobenen AUKUS-Partnerschaft zwischen den USA, Großbritannien und Australien sagte Le, dass dies ein kleiner, aus angelsächsischen Ländern bestehender Block sei, der sich für einen neuen Kalten Krieg starkmache, das Risiko der Verbreitung von Atomwaffen in sich trage und „Hegemonie über die Meere" anstrebe.


„Die Länder in der Region und die internationale Gemeinschaft haben viele gute Gründe, dagegen zu sein und Widerstand zu leisten."

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Beijing,Washington,Kalter Krieg,Taiwan,AUKUS