Regulierung des Cyberspace

China verbietet 31 Fehlverhalten von Livestreamern

23.06.2022

Die chinesischen Behörden gehen verstärkt gegen Fehlverhalten beim Livestreaming vor. Ziel ist der Schutz von Minderjährigen und die Achtung der gesetzlichen Regelungen, beispielsweise bei Steuerzahlungen.



 

Chinas Behörden haben am Mittwoch Verhaltensregeln für die Livestreamer des Landes veröffentlicht. Die Normen, die von Chinas Nationaler Video- und Fernsehbehörde und dem Ministerium für Kultur und Tourismus veröffentlicht wurden, umfassen 18 Artikel, in denen 31 Arten von verbotenem Verhalten beschrieben werden. Livestreamer dürfen heiße Themen und sensible Fragen nicht aufbauschen oder absichtlich eine „heiße“ öffentliche Meinung erzeugen. Ebenso wenig dürfen sie Nutzer zu vulgärer Interaktion ermutigen oder Fans zu Gerüchten und Cybergewalt anstiften.

 

Die Verleumdung und Verzerrung der traditionellen chinesischen Kultur, historischer Persönlichkeiten und Nationalhelden sind ebenfalls verboten. Vor Kurzem hatten einige Livestreamer die Ehre und den Schatz des Landes verleumdet, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.

 

Einige Livestreamer haben ein schwaches Rechtsbewusstsein, verbreiten vulgäre Inhalte, verleiten zu irrationalem Konsum und verstoßen gegen Gesetze und Vorschriften. Beispielsweise beeinträchtigen sie die geistige Gesundheit von Minderjährigen und stören damit ernsthaft die Ordnung in der Branche, sodass eine verstärkte Überwachung erforderlich sei, so die Nationale Video- und Fernsehbehörde am Mittwoch gegenüber den Medien.

 

Die Regeln betonen den Schutz von Minderjährigen im Cyberspace. Livestreamern ist es untersagt, minderjährige Nutzer unter falschen Identitätsangaben zur Abgabe von virtuellen Geschenken zu verleiten. Livestreamer sollten außerdem ihr Einkommen wahrheitsgemäß angeben und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen Steuern zahlen, heißt es in den Normen. Einige berühmte Livestreamer hatten gegen die Steuervorschriften verstoßen, darunter der Top-Livestreamerin Huang Wei, Spitzname Viya, die im vergangenen Jahr wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 1,34 Milliarden Yuan (190 Millionen Euro) verurteilt wurde.

 

Die Regeln verlangen von Livestreamern, dass sie sich gegen die ungeordnete Fankreis-Kultur und die dekadenten Ideen der Anbetung von Geld wenden. In den Richtlinien ist auch festgelegt, dass Livestreamer für Inhalte, die Fachwissen erfordern, wie beispielsweise in den Bereichen Medizin, Finanzen und Bildung, über eine berufliche Qualifikation verfügen und sich bei den Livestreaming-Plattformen registrieren müssen.

 

Bei Livestreamern mit schwerwiegenden und wiederholten Auffälligkeiten sollten ihre Konten gesperrt und sie auf eine schwarze Liste oder Warnliste gesetzt werden, und sie dürfen ihre Konten oder Plattformen nicht mehr für Livestreaming nutzen.

 

Livestreamer, die gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen und sich nicht an die guten Sitten halten, sollten regelmäßig öffentlich gemacht werden. Alle Plattformen sollten angewiesen werden, sie zusperren. Sie sollen keine öffentlichen Auftrittsmöglichkeiten erhalten, um sie daran zu hindern, erneut auf anderen Plattformen aufzutreten.


Im Regelwerk wird darauf hingewiesen, dass Livestreamer sich an die korrekte politische Richtung, die öffentliche Meinungsführung und die Werteorientierung halten, die soziale Moral und die Berufsethik wahren und die persönliche Moral kultivieren sollten, da sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von wissenschaftlichem und kulturellem Wissen und der Bereicherung des geistigen und kulturellen Lebens spielen, heißt es in dem neuen Regelwerk.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Fehlverhalten,Livestreamer,Cyberspace