IWF erwartet graduelles Wachstum der chinesischen Wirtschaft

24.11.2022


Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für China ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent im Jahr 2022 und einen Anstieg auf 4,4 Prozent in den nächsten zwei Jahren, da das Wachstum des Landes nach einer „beeindruckenden Erholung“ von den ersten Auswirkungen der Pandemie weiterhin unter Druck steht.


Die vorläufigen Ergebnisse wurden vom IWF am Dienstag veröffentlicht, nachdem ein Team unter der Leitung der Missionsleiterin für China, Sonali Jain-Chandra, während einer Konsultation vom 2. bis 16. November „konstruktive“ Gespräche mit hochrangigen chinesischen Regierungs- und Bankbeamten, Führungskräften der Privatwirtschaft und Wissenschaftlern geführt hatte.


Die Konsultation stützt sich auf Artikel IV des IWF-Übereinkommens. In der Regel handelt es sich dabei um bilaterale Gespräche zwischen dem IWF und einem Mitglied, um dessen wirtschaftliche Gesundheit und finanzielle Risiken zu bewerten.


„Im Rahmen seiner Null-COVID-Strategie hat China die anfänglichen Auswirkungen der Pandemie gut überstanden, so dass sich die Wirtschaft schnell von dem Lockdown Anfang 2020 erholen und das weltweite Angebot an medizinischen Gütern und Gebrauchsgütern in einer für die Weltwirtschaft kritischen Zeit erheblich ausweiten konnte“, sagte Gita Gopinath, die erste stellvertretende geschäftsführende Direktorin des IWF.


„Allerdings hat sich Chinas Wachstum seither verlangsamt und steht angesichts der wiederholten COVID-Ausbrüche, der großen Herausforderungen im Immobiliensektor und der nachlassenden globalen Nachfrage unter Druck“, sagte sie in einer Erklärung am Ende des virtuellen Besuchs.


Gopinath, die auch virtuelle Treffen mit mehreren hochrangigen Politikern abhielt, sagte, dass die Null-COVID-Strategie Chinas im Laufe der Zeit „flexibler“ geworden sei. Die Kombination aus ansteckenderen COVID-Varianten und anhaltenden Impflücken habe jedoch zu häufigeren Lockdowns geführt, die den Konsum und die privaten Investitionen, auch im Wohnungsbau, beeinträchtigt hätten.


Die Verschärfung der Vorschriften für den Immobiliensektor, mit der die hohe Verschuldung eingedämmt werden sollte, habe die finanzielle Lage der Bauträger zusätzlich belastet, was zu einem raschen Rückgang der Verkäufe und Investitionen im Wohnungsbau sowie für die Kommunen zu einem starken Rückgang der Einnahmen aus Grundstücksverkäufen geführt habe, heißt es in der Erklärung.


„Vor diesem Hintergrund prognostizieren wir für das Jahr 2022 ein Wachstum von 3,2 Prozent, das sich in den Jahren 2023 und 2024 auf 4,4 Prozent erhöhen könnte, wobei wir davon ausgehen, dass die derzeitige Null-COVID-Politik in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 schrittweise und sicher aufgehoben wird“, sagte sie.


In seinem Anfang letzten Monats veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hatte der IWF prognostiziert, dass das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2022 insgesamt dem weltweit prognostizierten Tempo entsprechen, im Jahr 2023 jedoch um 1,7 Prozentpunkte über dem prognostizierten weltweiten Durchschnitt liegen werde.


China sehe sich zudem auch externem Gegenwind durch eine globale wirtschaftliche Verlangsamung, einen weiteren Anstieg der Energiepreise und eine zusätzliche Verschärfung der ohnehin schwierigen Situation des globalen Finanzsystems ausgesetzt, so die Erklärung des IWF.

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Prognose,IWF,Wachstum,chinesische Wirtschaft