Israel und Hamas: Hoffnung auf ein langfristiges Waffenstillstandsabkommen aktuell noch gering

20.11.2023

Die Möglichkeit eines Waffenstillstands zwischen der Hamas und Israel ist jüngst ins mediale Rampenlicht gerückt, nachdem eine US-Zeitung behauptet hatte, die beiden Seiten stünden kurz vor einer Einigung über eine von den USA vermittelte Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts und zur Freilassung von Geiseln.  

(Foto von VCG)

Chinesische Experten sind der Ansicht, dass sowohl die Hamas als auch Israel dringend ein Waffenstillstandsabkommen schließen müssten, da der Konflikt in eine kritische Phase eingetreten sei. Die Hoffnung auf eine langfristige Pause sei aktuell jedoch noch gering, da die Divergenzen zwischen den beiden Parteien nach wie vor groß seien und Israel sowohl international als auch innenpolitisch unter Druck stehe.

Während die betroffenen Länder weiter an der Schlichtung der anhaltenden Konflikte arbeiten, wollen Minister aus arabischen und muslimischen Ländern China besuchen, um über mögliche Lösungen für die Beendigung der Krise zu diskutieren. Ihr Besuch ist Experten zufolge eine Anerkennung sowohl der Fähigkeiten Chinas als auch seiner einzigartigen, unparteiischen Rolle bei der Vermittlung in Nahostfragen.

Israel und die Hamas stünden kurz vor einer Einigung über ein von den USA vermitteltes Abkommen, das im Gegenzug für eine fünftägige Kampfpause die Freilassung von Dutzenden von Frauen und Kindern vorsieht, die im Gazastreifen als Geiseln gehalten werden, berichtete die Washington Post am Samstag unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind.

Die Hoffnung auf Frieden wurde jedoch bald wieder zunichte gemacht, nachdem Adrienne Watson, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, den Bericht dementierte und erklärte, Israel und die Hamas hätten sich noch nicht auf einen vorübergehenden Waffenstillstand geeinigt. Die USA würden sich allerdings weiterhin um eine Einigung zwischen den beiden Seiten bemühen, sagte die Sprecherin laut einem Bericht von Reuters.

In der siebten Woche des Konflikts haben die Behörden im Gazastreifen die Angabe über die Zahl der Toten auf 12.300 erhöht, darunter 5.000 Kinder, wie Reuters berichtet.

Israel erklärte, es bereite sich darauf vor, seine Offensive gegen militante Hamas-Kämpfer auf den südlichen Gazastreifen auszuweiten, nachdem bei Luftangriffen Dutzende von Palästinensern getötet wurden, darunter auch Zivilisten, die Berichten zufolge in zwei Schulen Zuflucht gesucht hatten, wie Medien berichteten.

Sowohl für die Hamas als auch für Israel werde es immer dringlicher, eine Waffenstillstandsvereinbarung zu treffen, da sich der Konflikt in die Länge ziehe, ohne dass es einen eindeutigen Sieger gebe, so Liu Zhongmin, Professor am Institut für Nahoststudien der Shanghai International Studies University, gegenüber der Global Times vom Sonntag. Liu glaubt, dass die Hamas und Israel in dieser Angelegenheit zwar verhandeln, aber es noch gravierende Divergenzen zwischen den beiden gebe, die einer Einigung im Wege stünden. Die Hamas wolle einen vollständigen Waffenstillstand. Israel hingegen wolle nur einen vorübergehenden Waffenstillstand, um Geiseln freizulassen, neige grundsätzlich aber zu weiteren Aktionen, um „mächtige Rache“ zu üben und seine politische Zukunft zu festigen, so Liu.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Hamas,Israel,Waffenstillstand