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Die chinesische Bibelindustrie

german.china.org.cn          Datum: 03. 07. 2008

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"Eine boomende Bibelindustrie ist auf dem besten Weg, das größte atheistische Land der Welt in das größte Bibeln produzierende Land der Welt zu verwandeln", schrieb die Los Angeles Times am 22. Juni in einem Bericht über den Druck von Bibeln in China.

Die westlichen Medien interessieren sich seit jeher für diesen Markt, aber es gibt auch genauso lange Missverständnisse darüber. Viele glauben, dass man Bibeln in China nicht erhalten könne. Einige Ausländer glauben sogar, dass China während der Olympischen Spiele den Import von Bibeln verbieten will.

Hätte Ye Xiaowen, der Direktor des Nationalen Amtes für religiöse Angelegenheiten, nicht Ende vergangenen Jahrs bekannt gegeben, dass chinesische religiöse Gruppen eine angemessene Anzahl an Bibeln für Athleten und Touristen bereitstellen würden, wüssten viele Ausländer immer noch nicht, dass es in China ein für den Druck von Bibeln autorisiertes Unternehmen gibt.

Dieses mysteriöse Unternehmen sei die Amity Printing Company, berichtete der International Herald Leader am 30. Juni.

Das 1988 gegründete Unternehmen hat bereits mehr als 50 Millionen Bibeln gedruckt, davon 41 Millionen auf Chinesisch und in den Sprachen von acht ethnischen Minderheiten. Die übrigen 9 Millionen wurden hauptsächlich nach Afrika und Russland exportiert.

Amity produziert eine Anzahl unterschiedlicher Ausgaben der Bibel, darunter eine chinesisch-englische Version, eine Version in Braille und eine Kinderversion.

Amity habe einen blinden Mann eingestellt, um die Qualität der Braille-Ausgabe zu überprüfen, erklärt Liu Lei, der stellvertretende Geschäftsführer des Unternehmens. Um den gesamten Inhalt der Bibel in Braille zu drucken, sind 32 Bände notwendig. Der Produktionsprozess ist so komplex, dass täglich nur zwei Bände hergestellt werden können.

Die inländische Nachfrage nach Bibeln sei in den vergangenen Jahren stabil und zeige keine Anzeichen einer Verlangsamung, sagt Liu.

Der Umstand, dass Bibeln in China in großem Umfang gedruckt werden, ist Ding Guangxun zu verdanken, dem Präsidenten der Amity-Stiftung und früherem Vorsitzenden des Nationalen Komitees der patriotischen Drei-Selbst-Bewegung der protestantischen Kirchen Chinas.

Amity, der einzige autorisierte Massenproduzent von Bibeln in China, sei im Jahr 1988 gemeinsam von der Amity-Stiftung und der Vereinigten Bibelgesellschaft gegründet worden.

Da das Papier für die Herstellung der Bibeln von der Vereinigten Bibelgesellschaft gespendet wird, sind Bibeln auf dem chinesischen Markt günstig.

Um die Produktionskapazität des Unternehmens vollständig auszunutzen und die laufenden Kosten zu senken, stellt Amity verschiedenen Versionen der Bibel für Kirchen in zahlreichen anderen Ländern und Regionen her. Die meisten der Bibeln auf dem chinesischen Markt werden zur Befriedigung des Bedarfs des Chinesischen Christenrates hergestellt und sind in normalen Buchgeschäften wie den Xinhua-Buchläden nicht erhältlich.

Aber auch Nichtchristen könnten Bibeln kaufen, da die Buchläden in den Kirchen für alle Bürger zugänglich seien. Manchmal könnten die Menschen sie sogar an den Eingängen zu den Kirchen erwerben, erklärt Liu.

Im vergangenen Jahr kam ein Gerücht auf, nachdem olympische Athleten keine Bibeln nach China einführen dürften.

Um Gerüchten wie "China muss Bibeln importieren" entgegenzutreten, werde man noch mehr Bibeln produzieren, sagte Liu.

Am 20. Juni hatte The Times in einem Bericht mit dem Titel "China segnet olympische Bibeln ab" berichtet: "die Bibelgesellschaft beschreibt die Kooperation mit der chinesischen Regierung bei der Verteilung von Bibeln unter der Überschrift Beijing 2008 als einen Durchbruch der Kirche in China."

Das Sekretariat des Christenrates bestätigte ebenfalls, dass Tausende von Bibeln gedruckt und an das IOC gesendet worden seien.

Der stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Patriotischen Gesellschaft Chinas, Liu Bainian, erklärte gegenüber dem International Herald Leader, dass die Verteilung von Bibeln in internationalen Hotels Missverständnisse des Auslandes über die chinesische Religionspolitik beseitigen könnte. Ob dies allerdings umgesetzt wird, ist weiterhin eine offene Frage.

Quelle: german.china.org.cn

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