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Ausgesetztes Kind in liebevollen Händen

german.china.org.cn          Datum: 15. 11. 2007

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Sie hat in den letzten sieben Jahren alles getan, was eine Mutter für ihr Kind tun würde. Doch sie ist nicht seine Mutter, eher seine "Großmutter", und sie weiß nicht, ob er mit den gleichen Rechten, die ein normaler chinesischer Staatsbürger genießt, aufwachsen wird. Auch wenn er zur Zeit gesund ist und zur Schule gehen kann – wird er das gleiche Recht auf medizinische Behandlung und auf Bildung in der Zukunft haben? Sie weiß es nicht.

Zhu Shuibao hörte Babygeschrei, als sie in ihrer Nachbarschaft in der Shanghaier Pudong New Area im Jahr 2000 einen Spaziergang machte.

Gemischte Gefühle aus Mitleid und Neugierde veranlassten sie näherzugehen. Sie fand ein Baby eingewickelt in eine Decke mit einem Zettelchen: "Das Kind ist am 1. August 2000 geboren."

Auf den zweiten Blick bemerkte sie, dass die Hautfarbe des Kindes anders war. Ärzte vermuteten später, dass es sich bei dem Jungen um einen Mischling, wahrscheinlich halbafrikanisch, handeln könnte.

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Zhu Junlong (China Daily)

Zhu Shuibao, die mittlerweile über 60 Jahre alt ist, gab ihm den Namen Zhu Junlong, doch bis heute hat er keine offizielle Identität.

Zhu Junlong besucht eine örtliche Schule dank der Tatsache, dass die Schule ihm das Schulgeld erlässt. Doch die Ermöglichung eines Schulbesuchs war nicht leicht. Andere Schulen hatten zuvor die Bewerbung zurückgewiesen mit der Begründung, dass Zhu Shuibao keine Angaben zu den Namen und zu anderen Informationen über die Eltern des Jungen machen konnte.

Sie ist jedenfalls nicht die einzige, die sich um den Jungen kümmert. Ihr leiblicher Sohn und dessen Frau haben ihn gleichermaßen liebgewonnen.

"Die Lehrer schenken dem Jungen ebenfalls sehr große Aufmerksamkeit. Doch mein Sohn und ich sind besorgt darüber, ob wir ihm eine gute Ausbildung ermöglichen können", meint Zhu Shuibao.

"Er hat keine Nationalität, und unsere Familie erfüllt nicht die Voraussetzungen, um ihn offiziell zu adoptieren. Insofern hat er keine Identität."

Die Regierungsbehörden, die sie um Hilfe gebeten hat, teilten ihr mit, dass sie nichts daran ändern könnten, dass sie das Kind nicht offiziell adoptieren könne - der Grund sei ihr Alter.

Und ihr Sohn und ihre Schwiegertochter zögern, ihn zu adoptieren, da dies den Verlust des Rechts auf ein eigenes Kind bedeuten würde.

Auf jeden Fall sind sie bereit, sich des Kindes anzunehmen, falls Zhu Shuibao irgend etwas zustoßen sollte.

Die Alternative ist, Zhu Junlong dem Wohlfahrtssystem des Staates zu übergeben. Doch dann würde er in ein Waisenheim kommen, und das möchte Zhu Shuibao verhindern.

"Ich habe ihn nicht einmal genau angesehen, als ich ihn aus dem Gras hochnahm und ihn nach Hause brachte, denn ich wollte ihn einfach nur retten", erzählt sie.

In Anbetracht des guten Verhältnisses der Frau und des Jungen hat das Amt für Zivilangelegenheiten nicht veranlasst, ihn in die Obhut des Staates zu geben. Und das erleichtert Zhu Junlong, für den seine "Großmutter" die wichtigste Person in seinem Leben ist.

Seine Liebe zu ihr ist unermesslich. Er sagt: "Wenn ich in der Schule nicht aufpasse, schimpfen meine Lehrer mit mir, aber ich will auf keinen Fall, dass sie das meiner Oma erzählen. Deswegen will ich ein guter Schüler sein."

Quelle: China Daily

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