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Moslems aus China pilgern nach Mekka

german.china.org.cn          Datum: 09. 07. 2008

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Insgesamt 8288 Moslems aus der nordwestchinesischen Autonomen Region Ningxia Hui, der größten Moslemregion im Land, sind nach Mekka gepilgert, der heiligsten Stätte des Islams in Saudi-Arabien, so ein religiöser Funktionsträger.

Die Pilgerfahrt nach Mekka, auch Hajj genannt, ist die fünfte Säule des Islam, eine Pflicht, die mindestens einmal im Leben von jedem körperlich gesunden Moslem erfüllt werden muss, der genug finanzielle Mittel dafür hat.

Vor 1978 reisten nur sieben Moslems aus Ningxia nach Mekka. Zu dieser Zeit beliefen sich die Kosten einer Reise nur auf 8000 Yuan, so Ma Zhanquan, ein Imam.

Seit China die Organisierung der Hajj-Reise 1985 zusammenfasste, stieg die Zahl der Pilgerer aus Ningxia von 15 im Jahr 1988 auf 1.655 im Jahr 2007, was eine gelockerte Religionspolitik und einen starken Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens der dort lebenden Bauern widerspiegelt, so Hei Fuli, Vize- Vorsitzender der Islamischen Gesellschaft in Ningxia.

Ningxia ist Heimat von 2,17 Millionen Moslems, die über ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Region ausmachen und über ein Zehntel der 20 Millionen Moslems in China. Zur Zeit hat Ningxia 3760 Moscheen.

Chinas wachsender materieller Reichtum hatte eine Folgewirkung in Bezug auf das spirituelle Leben seiner muslimischen Bürger. Zusammen mit der Entwicklung, dass Lehmhäusern Backsteinhäusern gewichen sind, Brackwasser in Leitungswasser gewandelt wurde und Motorräder und Computer die Nähmaschine als die modernste Maschine, die jeder zu Hause besitzt, ersetzt haben, hat der 70-jährige Guo Tingjiang, ein Bauer in Dongtasi in der Stadt Wuzhong, seinen Traum, nach Mekka zu pilgern, wahr gemacht.

"Es war eine Riesenschar. Ich bin nicht zur Schule gegangen und habe nie arabisch gelernt. Doch als ich nach Beijing und Mekka kam - es war ein Wunder für mich", erzählt er.

Guo gab 30.000 Yuan (2800 Euro) aus, eine riesige Summe für die Menschen in der bitterarmen Gegend, und machte seine Reise nach Mekka im Jahr 2000. Die 40 Tage in der regionalen Hauptstadt Yinchuan, Beijing und Mekka bedeuteten, alles im Leben erreicht zu haben. Guo's Ehefrau wurde 2005 ebenfalls Hajj-Pilgerin.

Die Pilgerfahrt nach Mekka ist nicht nur eine religiöse Aktivität für die Moslems, sondern erweitert auch ihren Horizont und fördert ihr Verständnis für verschiedene Moslem-Sekten, so Hei Fuli.

Insgesamt 1970 Moslems aus Ningxia und der benachbarten Provinz Shaanxi gingen im letzten Dezember mit direkten Charterflügen von Yinchuan aus nach Mekka. Es verkürzte die Reise um acht Stunden und 40 Minuten und sparte jedem Hajj-Pilger mindestens 2000 Yuan.

Mehr als 10.000 Moslems gingen laut der Islamischen Gesellschaft China im Jahr 2007 für die Pilgerfahrt nach Mekka.

Es wird erwartet, dass dieses Jahr rund 1.700 Moslems aus Ningxia und 13.000 Moslems aus dem ganzen Land nach Mekka gehen, so Hei.

Laut unvollständigen Statistiken gibt es 100 Millionen Anhänger verschiedener religiöser Glaubensrichtungen, über 85.000 Stätten für religiöse Aktivitäten, rund 300.000 Geistliche und mehr als 3.000 religiöse Organisationen in ganz China. Außerdem gibt es 74 religiöse Schulen und Hochschulen, die von religiösen Organisationen für die Schulung geistlichen Personals betrieben werden.

"Früher haben wir auf dem Ziegenfell in unserer Moschee gebetet. Heute beten wir auf Woll-Teppichen. Mehr und mehr Menschen können sich heute eine Reise leisten, da sie reicher werden", so Yang Yuming, Imam in der Tongxin-Moschee, der größten Moschee in Ningxia.

Quelle: Xinhua

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