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| german.china.org.cn Datum: 22. 08. 2008 |
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Die Vergabe einiger großer Bauprojekte an ausländische Architekten stellt den Beginn der Integration Chinas in die internationale Gemeinschaft im Bereich Architektur dar. (Foto: China Daily)
Seit den 1990ern hat China im Architektursektor die Öffnung nach außen deutlich beschleunigt. Davon zeugen die zahlreichen Wettbewerbe und die Einführung internationaler Ausschreibungen für wichtige Bauvorhaben. Ein Ergebnis davon ist auch, dass inländische Architekten ihre Visionen erweitert und ihre Geisteshaltung modernisiert haben, und dass einige prominente Meisterwerke geschaffen wurden.
Die Vergabe einiger großer Bauprojekte an ausländische Architekten stellt den Beginn der Integration Chinas in die internationale Gemeinschaft im Bereich Architektur dar.
Genau wie der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation, der ursprünglich einige Kontroversen unter Chinesen, die sich um das Schicksal chinesischer Firmen sorgten, auslöste, kann nur ein kurzzeitiges Opfer des inländischen Architektursektors Chancen für seinen zukünftigen Erfolg im immer stärker werdenden internationalen Wettbewerb schaffen.

Das Foto zeigt die Dächer der Verbotenen Stadt und des Nationaltheaters in Beijing. (Foto: Xinhua)
Wir erinnern uns noch an die Seufzer teilnehmender chinesischer Architektengruppen nach der ersten Runde des Wettbewerbs zur Gestaltung des Nationaltheaters. „Wir gestehen unsere Unterlegenheit gegenüber den ausländischen Konkurrenten ein“, sagten sie.
Paul Andreu, ein bekannter französischer Architekt, gewann schließlich die Ausschreibung für das Projekt. Bei den anschließenden Verbesserungen am Entwurf und dem Bau waren zahlreiche chinesische Architekten beteiligt. Eine derartige Interaktion und Zusammenarbeit mit ausländischen Architekten ist zweifellos hilfreich für die chinesischen Kollegen.
Der Wasserwürfel, das Nationale Schwimmzentrum, das speziell für die Olympischen Spiele in Beijing gebaut wurde, ist ebenfalls das Produkt einer Kooperation zwischen chinesischen und ausländischen Architekten. Die Designidee für das wunderbare Gebäude kam aber ursprünglich von unseren chinesischen Architekten und hat bei der zweijährlich stattfinden Architekturmesse in Venedig 2004 einen Preis gewonnen. Das ist ein überzeugendes Beispiel dafür, dass chinesische Architekten, sobald sie in eine internationale Umgebung eingebettet sind, auch mit weltklasse Arbeiten aufwarten können.

Das Nationale Schwimmzentrum, auch bekannt als Wasserwürfel, unter dem blauen Himmel Beijings. (Foto: Xinhua)
Ein weiteres Beispiel ist das 350 Meter hohe Sinosteel International Plaza in Tianjin. Der chinesische Architekt Ma Yansong überflügelte seine Konkurrenten in einem heiß umkämpften Wettbewerb.
Architektur ist eine Kunst, die keine Staatsgrenzen kennt. Die ausländischen Gewinner von Ausschreibungen chinesischer Projekte in den letzten Jahren sind zum Großteil Weltklasse. Wie Künstler hassen es moderne Architekten, die Arbeit anderer zu imitieren. Kreativität und Einzigartigkeit sind die ultimativen Ziele für die besten Architekten der Welt und Nachahmung wird als die Arbeit gewöhnlicher Handwerker betrachtet.
Die Schönheit der modernen Kunst, darunter auch der Architektur, ist zweifellos nicht ein Synonym für Neues, Einzigartiges oder bizarre Erscheinung, aber moderne Ästhetik beinhaltete diese Elemente häufig.
Das berühmte Opernhaus in Sydney ist ein hervorragendes Meisterstück unter zahlreichen außerordentlichen postmodernen Gebäuden. Auf seinen neuen archetektonischen Stil und die beeindruckende Form wurden aus der ganzen Welt Lobeslieder gesungen. Das 30 Jahre alte Gebäude wurde von den Vereinten Nationen in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen und wurde damit zum jüngsten Weltkulturerbe unter den Gebäuden der Welt.
Im letzten Jahrzehnt wurden hunderte Gebäude in China nach dem Entwurf ausländischer Architekten gebaut. Unter diesen Hochhäusern sind einige besonders erwähnenswert. Darunter ist auch die in die Höhe ragende Jinmou Mansion im Bezirk Pudong in Shanghai. Inspiriert wurde der Wolkenkratzer von der Form alter chinesischer Pagoden.
Rem Koolhaas, leitender Architekt der Zwillingstürme der neuen Zentrale von China Central Television, ist wie Jacques Herzog, dem Architekten des Vogelnests, dem Nationalstadium, das bei den Beijinger Olympischen Spielen als Austragungsort der Leichtathletikbewerbe dient, Gewinner des berühmten Pritzker-Architekturpreises. Die erfolgreiche Verbindung der schweren, freischwebenden Stahlkonstruktion der Zwillingstürme kann als neuer Durchbruch in der Geschichte menschlicher Architektur gelten.
Die Konstruktion des Nationaltheaters hat anfangs heftige Kontroversen ausgelöst, die sich hauptsächlich um sein eiförmiges, rundes Äußeres drehten. Einige Kritiker meinten, dass diese Form mit den benachbarten Gebäuden in Disharmonie stehe.
Es schafft allerdings einen visuellen Kontrast zu den historischen Gebäuden in der Umgebung, wie der eindrucksvollen Großen Halle des Volkes, dem geheimnisvollen Zhongnanhai, das die Zentrale der Kommunistischen Partei Chinas und den Staatsrat beherbergt, und dem ruhigen Houhai-See, die alle nur wenige Meter entfernt liegen.
Der Wasserwürfel ist einer der Höhepunkte der ausladenden Gebäude für die Beijinger Olympischen Spiele. Das quadratische Gebäude wurde auch als ästhetischer, visueller Blickfang gebaut. Der Wasserwürfel ist weniger auffällig als das eindrucksvollere und höhere Vogelnest, dem er mehr Raum lässt, damit seine wunderbare Stahlkonstruktion besser zur Geltung kommt, und so wird eine gewisse Harmonie zwischen den beiden erreicht.
Das Vogelnest kann als Symbol der neuen Gebäude in der Hauptstadt angesehen werden. Seine wunderbare, komplexe Stahlkonstruktion ist ein Wunder in der Architekturgeschichte. Es wird für immer in Beijing stehen, wie ein strahlendes Juwel, das die Menschen nach den Olympischen Sommerspielen besuchen und bewundern können.
Der Autor Ye Tingfang ist Wissenschaftler an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.
Quelle: China Daily
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