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| german.china.org.cn Datum: 20. 02. 2008 |
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Sibirische Tiger in einem Reservat in Harbin, der provinziellen Hauptstadt von Heilongjiang, sollen selektiv gezüchtet werden, um genetischer Degeneration der Spezies vorzubeugen, sagt Mitarbeiter des Parks.
"Wir werden 50 Tiger zur Zucht aufgrund von DNA-Testergebnissen auswählen", sagt Liu Dan, Leiter des Parks für sibirische Tiger.
Über die letzten Jahre hat der Park DNA-Stichproben bei allen Tigern, die älter als ein Jahr sind, durchgeführt, um "Inzucht" vorzubeugen und die genetische Degeneration der Spezies zu reduzieren, erklärt Liu.
"Das ultimative Ziel ist es, einen Familienstammbaum zu erstellen, um damit die Reinrassigkeit der Spezies zu garantieren und genetischer Degeneration vorzubeugen", fährt er fort.
Der im Jahr 1986 gegründete Park in Harbin ist mit über 800 Tieren einer der größten Zuchtstätten für sibirische Tiger.

Das Archivfoto zeigt Raubkatzen, die durch den schneebedeckten Park für sibirische Tiger in Harbin in der Provinz Heilongjiang ziehen (Foto: Cina Daily).
Außer Bedenken in Bezug auf Inzucht möchte der Park die Population der Raubkatzen kontrollieren.
Nach zwei Jahrzehnten verzeichnet das Zentrum Erfolge bei der Zucht von Tigern mit einer Anzahl von bloß acht Tigern am Anfang der Zucht auf über 800 heute.
Doch die Explosion der Population hat zu einigen Herausforderungen geführt.
Die Kosten für Futter und medizinische Versorgung für einen Tiger beträgt ca. 30 000 Yuan (rund 2860 Euro) pro Jahr.
Das bedeutet, dass der Park pro Jahr über 20 Mio. Yuan für seine Tiger aufwenden muss, berichten mit dem Park in Zusammenhang stehende Quellen.
Der Park hat nur ein begrenztes Einkommen durch Ticketverkauf und Gelder von der Regierung, sagte Mitarbeiter des Parks.
"Das ist bei weitem nicht genug", sagt Wang Ligang, der geschäftsführende Direktor, und ergänzt, dass die Lücke von Jahr zu Jahr größer werde.
Wang bat die Regierung eindringlich, das Verbot des Tigerhandels zu lockern, um die finanzielle Belastung zu verringern.
"Der Handel mit Knochen von Tigern, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden und anschließend eines natürlichen Todes sterben, wird die Erhaltung wilder Tiger nicht beeinflussen. Es kann helfen, die Gelder für lebende Tiger zu steigern und kann außerdem zur Heilung von Krankheiten bei Patienten beitragen", erklärt er.
In der chinesischen Medizin werden Tigerknochen verwendet, um Krankheiten wie Erkältungen bis hin zu Rheuma zu kurieren.
China trat 1981 dem Abkommen gegen den Internationalen Handel von bedrohten Wildtierarten der Fauna und Flora bei und verhängte 1981 ein Verbot für die Jagd auf Tigerknochen, wodurch eine endlose Debatte zwischen Befürwortern des Handels und Naturschützern ausgelöst worden war.
Laut der Nachrichtenagentur Xinhua zeigt eine kürzliche von der Stiftung Rette den Tiger durchgeführte Erhebung, dass nahezu 95 Prozent der Befragten in sieben Großstädten das Verbot befürworten.
Sibirische Tiger, die zu den 10 weltweit am meisten vom Aussterben bedrohten Tierarten gehören, leben vorwiegend in Nordostchina und in den fernöstlichen Regionen Russlands.
Von den schätzungsweise 400 in der Wildnis lebenden Tigern leben vermutlich nur 10 bis 17 in Nordostchina.
Quelle: China Daily
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