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TEIL VII Finanz- und Steuerwesen sowie Aktienhandel
Frage 7-4: Manche Persönlichkeiten sind der Ansicht, die Devisenreserven sollten etwa 10% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Ende Februar 2006 hatte China aber Devisenreserven in Höhe von 853,6 Milliarden US-Dollar, was diesen Prozentsatz weit übertrifft. Was ist dazu zu sagen? Was wird getan, um einen internationalen Bilanzausgleich herbeizuführen?
Das touristische Deviseneinkommen Chinas steigt sehr schnell. Ende Februar 2006 hat China beim Deviseneinkommen den ersten Platz in der Welt eingenommen.
Bild: Ausländische Touristen in Dalian
 

Antwort: Bis 1981 betrugen die Devisenreserven Chinas weniger als eine Milliarde US-Dollar. Ende Februar 2006 jedoch hatten wir Devisen in Höhe von 853,6 Milliarden US-Dollar akkumuliert, damit wurde Japan übertroffen, das bis dahin den ersten Platz in der Welt eingenommen hatte. Nach internationalen Erfahrungen ist es für die Wirtschaft eines Landes günstig, wenn man mit den Devisenreserven 25% des jährlichen Importvolumens, 30% der zu zahlenden Auslandsschulden, 15% des Saldos der ausländischen Investoren und 20% anderer Bedürfnisse decken kann. Nach diesen Berechnungen sind die gegenwärtigen Devisenreserven Chinas mehr als doppelt so hoch wie die Importmengen oder der Saldo der Auslandsschulden von mehr als einem Jahr. Das ist wirklich zu viel.

Die reichlichen Devisenreserven ermöglichen es, die internationale Liquidität Chinas zu erhöhen, die Staats- und Betriebskreditwürdigkeit im Außenhandel zu wahren, Krisen zu überwinden und finanzielle Risiken zu verhüten. Aber die Überschussreserven an Devisen beeinträchtigen die Wirtschaftsstruktur Chinas und verschärfen Reibereien im Außenhandel. Heute schwanken die Wechselkurse auf dem Weltmarkt drastisch, so dass China wegen seines Devisenüberschusses mit großen Risiken konfrontiert ist.

Mit steigendem Handelsüberschuss und angesichts der allgemeinen Erwartung, wir würden unsere Währung aufwerten, hat China beschlossen, den zu schnellen Devisenreservenzuwachs zu dämpfen und Maßnahmen zu ergreifen, "die Deviseneinfuhr streng zu kontrollieren und die Devisenausfuhr zu lockern". Im August 2005 veröffentlichte die chinesische Regierung das Rundschreiben zur Lockerung der Devisenbestimmungen bei laufenden Rechnungen für inländische Institutionen und das Rundschreiben zur Regelung der Beschränkung für den privaten Einkauf von Devisen auf laufenden Kontos chinesischer Bürger sowie zur Vereinfachung der damit zusammenhängenden Formalitäten. Darin wird festgelegt, dass die zulässigen Quoten von Devisen auf laufenden Konten inländischer Organisationen von 30% bzw. 50% auf 50% bzw. 80% angehoben werden, um inländische Unternehmen anzureizen, Valuta unmittelbar im Ausland zu investieren. Im April 2006 hat die chinesische Regierung wiederum die Politik der Devisenkontrolle in Bezug auf die drei laufenden Positionen reguliert und beschlossen, ab 1. Mai die vorhergehende Überprüfung und Genehmigung zur Eröffnung von laufenden Devisenkonten aufzuheben und die zulässigen Quoten von Devisen in laufenden Rechnungen zu erhöhen. Dementsprechend werden Devisenverkaufs- und Zahlungsanweisungen im Dienstleistungshandel vereinfacht und Nachprüfungen gelockert. Die Bestimmungen über Devisenankäufe durch chinesische Privatpersonen werden weiter gelockert ebenso die Kontrolle der Jahresbruttobeträge von Devisen, die Privatpersonen kaufen dürfen.

Die oben genannten politischen Entscheidungen tragen zur Tempoverminderung beim Wachstum der Devisenreserven bei. Aber viele Probleme, die der Überschuss an Devisenreserven verursacht, können durch diese Devisenpolitik nicht gemeistert werden. China ist bereit, die Devisenkontrollpolitik weiter zu revidieren, die kommerziellen Investitionen zu erleichtern, die Kapitalkonvertibilität zu fördern, die Kanäle für die Kapitalausfuhr auszubauen, den Mechanismus des Renminbi-Wechselkurses zu vervollständigen und die Kontrolle über die kurzfristige Kapitaleinfuhr bzw. das Frühwarnsystem für internationale Zahlungsbilanz auszubauen. All dies zielt darauf ab, in diesem Bereich ein Gleichgewicht herzustellen.

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