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Verstärkte Entwicklung der Milchproduktion in China

Was trinken Sie normalerweise beim Frühstück? Kaffe, Saft oder Milch? Nun, hierzulande lautet die Auswahl traditionell Tee, und in den nördlichen Gebieten kann auch noch Sojabohnenmilch dabei sein. Milch spielte bislang keine große Rolle. Aber in den letzten Jahren hat sich diese Situation geändert. Viele Menschen sind sich nun der wichtigen Rolle der Milch für die Gesundheit bewusst. Und die Eßgewohnheiten verändern sich, der Trend geht zur gesunden Ernährung und Lebensweise überhaupt. Außerdem ist Milch dank der Erhöhung des Lebensstandards kein Privileg der Kinder oder der Alten mehr. Insbesondere in den Städten ist Milch heutzutage ein ganz normales Getränk geworden, während sie auf dem Lande immer noch eine teuere Sache bleibt.

Die Milchproduktion und die Molkereiindustrie überhaupt hat in China eine relativ kurze Geschichte. Bei der Gründung des neuen China im Jahr 1949 lag die gesamte jährliche Milchproduktion bei gerade mal 210 000 Tonnen, und Milchprodukte wie Milch-Pulver oder Kondensmilch brachten es auf ganze 1000 Tonnen.

1978, das heißt, vor Beginn der Reform und Öffnung, lag die landesweite Milchproduktion immer noch unter einer Million Tonnen – und entsprach damit etwa der Produktion von Bier. Selbst nach der Erhöhung der Produktion von Milchprodukten auf 46 000 Tonnen pro Jahr lag dies immer noch weit unter dem Weltdurchschnitt.

Allerdings sollte die chinesische Molkereiindustrie in den dann folgenden 20 Jahren eine sprunghafte Entwicklung erfahren. Der Vorstandsvorsitzende des Chinesischen Milchindustrie-Verbandes, Song Kungang, erklärt uns:

„Die Jahresproduktion von Roh-Milch kletterte im Jahr 2000 auf 9,19 Millionen Tonnen, die der Milchprodukte stieg auf 829 000 Tonnen, also ein enormer Zuwachs gegenüber den vorangegangenen zwanzig Jahren. Die Milchprodukte bestanden wie bisher hauptsächlich aus Milch-Pulver und Kondensmilch. Butter und Käse machten nur einen geringen Teil der Produktion aus. Auch gegenwärtig liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der Chinesen nur bei rund 7,3 Kilogramm pro Jahr, viel weniger als der Weltdurchschnitt von 100 Kilogramm.“

Doch die chinesische Regierung schenkt der Entwicklung der Milch-Industrie stets große Aufmerksamkeit. Zum einen ist der Konsum von Milch für die menschliche Gesundheit von großer Bedeutung, zum anderen bildet die Milch-Produktion einen wichtigen Bestandteil der Viehwirtschaft. China liegt bei der Schlachtvieh-und Eier-Produktion inzwischen bereits auf dem ersten Platz in der Welt, der durchschnittliche Fleischverbrauch liegt sogar über dem Weltniveau. Den größten Zuwachsspielraum besitzt deshalb nur die Milch-Industrie. Als Ziel des zehnten Fünf-Jahres-Plans wurde festgelegt:

“Laut dem Entwicklungsprogramm für das Gesundheitswesen im Rahmen des zehnten Fünf-Jahres-Plans soll der Pro-Kopf-Milchverbrauch Ende 2005 10 Liter erreichen. Auch die Chinesische Studiengesellschaft für Ernährung schlug vor, dass man täglich mindestens 200 Milliliter Milch trinken soll.”

Derzeit gibt es auf dem chinesischen Markt vielfältige Variationen von Milchprodukten. Für Säuglinge, Kinder, Alte und werdende Mütter werden zum Beispiel unterschiedliche Rezepte von Milchpulver entwickelt. Und in den Grundschulen ist die sogenannte „Schülermilch“ inzwischen eine Regel geworden. Frau Zhao Yongchun, Mutter eines 9jährigen Kindes, erzählt:

„Mein Sohn ist 9 Jahre alt. Er trinkt seit ein paar Jahren Schülermilch. Das ist immer bei der Unterrichtspause, etwa um 10 Uhr morgens. Dafür bezahle ich rund 30 Yuan im Monat. Aber es lohnt sich. Denn Milch ist sehr wichtig für Gesundheit der Kinder. Zwar wird auch bei uns zuhause Milch getrunken. Aber mein Sohn mag es nicht. Wenn er aber in der Schule mit anderen Schülern zusammen Milch trinkt, geht es ihm leichter.“

Auf dem chinesischen Milchmarkt sind Marke wie „Sanyuan“ aus Beijing, „Guangming“ aus Shanghai und „Yili“ aus der Inneren Mongolei sehr beliebt. Sie behaupten jeweils den größten Marktanteil in den jeweiligen Gebieten. Hinter diesen Marken stehen die technisch am besten ausgestatteten Molkereien mit angeschlossenen großen Milchkuh-Farmen, und diese unterstützen dann auch einzelne Bauernhaushalte, die ebenfalls Milchkühe züchten, in technischer und hygienischer Hinsicht.

Der Gewinn aus der Milch einer einzelnen Milchkuh beträgt in China ungefähr 3500 Yuan – rund 500 Euro pro Jahr. Der Viehbestand beträgt zur Zeit rund 5 Millionen. Die Milch-Produktion gilt für die chinesischen Bauern also als ein Weg zum Wohlstand.

Unlängst fand ein Symposium über die Gesundheit der Bevölkerung und die Förderung der Milchindustrie in Beijing statt. Dazu der Pressesprecher des Chinesischen Ministeriums für Wissenschaft und Technik, Shi Dinghuan:

„Das Ministerium für Wissenschaft und Technik wird in den kommenden 5 Jahren die Basis- und High-Tech-Forschung der Milchproduktion intensivieren, die Industrialisierung verstärken und die Aktivität der Betriebe und einzelner Bauernhaushalte ankurbeln, um so die chinesische Milchindustrie voranzutreiben.“














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