Der große Zustrom von Flüchtlingen aus Krisengebieten wie Syrien nach Mitteleuropa und vor allem Deutschland ist längst nicht mehr nur ein europäisches Problem. Wie denken die Menschen in fast 10.000 Kilometer Entfernung über diese Krise? Wir haben einige Stimmen aus der chinesischen Bevölkerung für Sie zusammengestellt.

Wang Peilin

Wirtschaftsrezensent der chinesischen Tageszeitung "China Business News"

Deutschland kann den Zustrom an Flüchtlingen aus Syrien nicht alleine stemmen, denn es gestalten sich bereits Probleme verschiedener Art:

1. Es wird mehr Geld und eine bessere Infrastruktur für die Aufnahme der Flüchtlinge benötigt, als zur Verfügung steht.

2. Die Flüchtlingszahl ist von Deutschland alleine nicht zu bewältigen. Es bedarf des Einsatzes von ganz Europa.

3. Durch die großen Unterschiede der muslimischen und der christlichen Religion werden sich Interessenkonflikte, auch langfristig, nicht vermeiden lassen. Vorurteile und die reale Gefahr vor religiös motiviertem Terror werden immer wieder Thema sein.

4. Sollte sich auch das Problem der syrischen Flüchtlinge lösen lassen, wird sich Deutschland dann weiterhin um die Menschen der Welt kümmern, die in Armut und Kriegsgebieten leben?

 Hao Qian

Chefkorrespondentin der Europa-Filiale des Finanzressorts von Sina, eins der berühmtesten Webportale in China

Es gibt keine verlässliche Statistik über Asylbewerber in Deutschland, aber bekannt zu sein scheint, dass nur ein Bruchteil dieser Menschen tastsächlich einen festen Platz auf dem deutschen Arbeitsmarkt findet, um der Lösung des Arbeitskräftemangels in Deutschlands ein Stück näher zu kommen.

Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung wird die Zunahme der Zuwanderer aus demografischer Sicht dafür sorgen, dass Großstädte wie München oder Stuttgart zwar profitieren können, während sich Schwierigkeiten in ländlichen Gebieten mehren.

In manchen Gebieten kann der Zustrom von Zuwanderern dafür sorgen, dass sich die ohnehin schon existierende Kluft zwischen Arm und Reich noch weiter vergrößert und sich zuspitzende gesellschaftliche Konflikte nicht auszuschließen sind. 

 Wu Huiping

Professorin des Forschungsinstituts für Fragen Deutschland sowie EU an der Tongji Universität, Vorstandsmitglied vom Shanghai Institute for European Studies

1. Extreme Unterschiede in der Einstellung gegenüber den Flüchtlingen;

2. Kriminalität, die zum Teil mit den Flüchtlingen im Zusammenhang steht;

3. Verschärfung der Terrorismus-Bekämpfung;

4. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsgenehmigung bleiben unter Umständen trotzdem in Deutschland. 

 Tang Bohu(möchte mit einem Pseudonym genannt werden), 35, Chefredakteur der Nachrichten-APP des chinesischen führenden Webportals ifeng.com

Zu den größten Herausforderungen Deutschlands zählen die Überalterung der Bevölkerung und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Die Überalterung Deutschlands könnte einen Zuwachs an Flüchtlingen, die die Lücken auf dem Arbeitsmarkt füllen könnten, durchaus erforderlich machen.

Vermutlich sind aber diejenigen, die es nach Europa geschafft haben und es schaffen zu bleiben, die Eliten Syriens



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