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Anhang-5 Der Tibetische Buddhismus

Der Tibetische Buddhismus bezieht sich auf den tibetischsprachigen Buddhismus. Er ist als Lamaismus bekannt und zählt zum chinesischen Buddhismus.

Anfang des 7. Jahrhunderts heiratete Songtsan Gambo die Prinzessin Wencheng der Tang-Dynastie (618-907) und die nepalesische Prinzessin Bhributi. Beide Prinzessinnen brachten je eine Buddhastatue nach Tibet und ließen in Lhasa die Klöster Jokhang und Rampoche bauen, um die beiden Buddhastatuen unterzubringen. Die Handwerker, die mit den Prinzessinnen zusammen nach Tibet gekommen waren, bauten Tempel und Klöster, während die Buddhisten, die die Prinzessinnen begleiteten, begannen, buddhistische Schriften zu übersetzen.

Der Buddhismus verbreitete sich zuerst unter den Adligen und dann allmählich unter den einfachen Menschen. Historisch war die Verbreitung und Entwicklung des Buddhismus in zwei Periode eingeteilt, nämlich: die"Erste Entwicklungsperiode" des Buddhismus (vom 7. bis zum 9. Jahrhundert, entsprechend der Tubo-Periode) und die"Spätere Entwicklungsperiode" des Buddhismus (vom 10. bis Mitte des 20. Jahrhunderts). In der"Späteren Entwicklungsperiode" des Buddhismus gingen viele hochgebildete Mönche aus Indien und Kaschmir nach dem Qinghai-Tibet-Plateau, um dort den Buddhismus zu verbreiten. In dieser Periode verband sich der Buddhismus mit der einheimischen Bön-Religion und wurde schließlich zum Tibetischen Buddhismus oder Lamaismus, einer Schule des Mahayana (oder Großes Fahrzeugs genannt). Der Tibetische Buddhismus ist durch tibetische traditionelle Besonderheiten gekennzeichnet. Beispielsweise ist sein Reinkarnationssystem bei anderen buddhistischen Schulen nicht üblich.

Durch langjährigen Kulturaustausch gelangte der Tibetische Buddhismus in die anderen ethnischen Gruppen Chinas wie die Mongolen, Tu, Yugu, Lhoba, Moinba, Naxi und Pumi. Er verbreitet sich nicht nur in Chinas Tibet, sondern auch in Sichuan, Yunnan, Gansu, Qinghai, Xinjiang und der Inneren Mongolei sowie in Sikkim, Bhutan, Nepal, der Mongolei und Russland.

Während der Blütezeit des Tibetischen Buddhismus musste jede Familie mindestens ein Mitglied ins Kloster schicken, um Mönch oder Nonne zu werden. Das ist der Grund, warum die tibetischen Mönche und Nonnen seit dem 16. Jahrhundert ein Viertel der tibetischen Bevölkerung ausmachten. Im Jahr 1951 gab es in Tibet über 100 000 Mönche und Nonnen, die mehr als 10 Prozent der damaligen tibetischen Bevölkerung ausmachten. Nach der demokratischen Reform im Jahr 1959 führten die Tempel und Klöster Tibets auf Vorschlag des 10. Panchen Erdeni die Reform durch. Seitdem haben die Tibeter die Freiheit, Lamas zu werden und die Lamas haben die Freiheit, ins weltliche Leben zurückzukehren. Jetzt gibt es in Tibet mehr als 1700 religiöse Gebetsstätten und 46 000 Mönche und Nonnen.

Buddhistische Sekten 

Nach einer langjährigen Entwicklung sind im Tibetischen Buddhismus viele Schulen, darunter u.a. die Nyingma-Sekte (Rote Sekte), die Sagya-Sekte (Streifige Sekte), die Gagyu-Sekte (Weiße Sekte) und die Gelug-Sekte (Gelbe Sekte), entstanden. Davon hat die Gelug-Sekte, die Anfang 15. Jahrhundert von Zongapa begründet wurde, einen großen Einfluss. Diese Sekte besteht aus zwei Systemen des Lebenden Buddha, Dalai Lama und Panchen Erdeni.

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas 

Das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas ist der wichtigste Unterschied zwischen dem Tibetischen Buddhismus und anderen Schulen des Buddhismus. 1283, als Garma Baxi, dem der mongolische Khan Mongo den Titel"Staatlicher Tutor" verliehen und eine mit goldenen Fäden umsäumte schwarze Mütze geschenkt hatte, auf dem Sterbebett lag, sprach er seinen Wunsch aus, nach einem Kind als seiner Wiedergeburt zu suchen, um die schwarze Mütze zu erben. Dies war der Beginn des Reinkarnationssystems der Lebenden Buddhas mit schwarzer Mütze. Danach folgen die anderen Sekten des Tibetischen Buddhismus ihrem Beispiel. Statistiken zufolge gab es während der Regierungszeit des Kaisers Qianlong der Qing-Dynastie (1616-1911) 148 Lebende Buddhas, die im Rat für Mongolische und Tibetische Angelegenheiten registriert wurden. Ihre Zahl stieg am Ende der Qing-Dynastie auf 160. Das Reinkarnationssystem der Dalai Lamas wurde im 17. Jahrhundert und das der Panchen Erdenis im Jahr 1713 eingeführt.

Das Tangka (Bild) des 10. Panchen Erdeni

Als die Gelug-Sekte im 17. Jahrhundert in Tibet an die Macht gekommen war, wurde das Reinkarnationssystem der Lebenden Buddhas zu einem Mittel der Machthaber Tibets für die Suche nach Vorrechten. Um diesem Missstand abzuhelfen, veröffentlichte die Qing-Dynastie im Jahr 1793 das"29-Artikel-Statut für eine noch effektivere Verwaltung Tibets". In Artikel 1 des Status wird die Einführung des Systems der Losziehung aus der goldenen Urne zur Bestimmung der Wiedergeburt eines verstorbenen Lebenden Buddhas festgelegt. Zu diesem Zweck ließ der Qing-Hof zwei goldene Urnen anfertigen: eine für den Dalai Lama und den Panchen Erdeni, die im Potala-Palast in Lhasa aufbewahrt wird, und eine für große Lebende Buddhas und Hutogtu-Buddhas in der Mongolei und Tibet, die im Lamatempel Yonghegong in Beijing aufbewahrt wird.

Der Staat respektiert diesen Glauben und praktiziert die Reinkarnation der Lebenden Buddhas sowie die religiösen Rituale und historische Gepflogenheiten des Tibetischen Buddhismus. Im Jahr 1992 genehmigte das Büro für religiöse Angelegenheiten beim Staatsrat den Nachfolger des 17. Lebenden Buddhas Karmapa. Im Jahr 1995 wurde das Seelenkind der Reinkarnation des 10. Panchen Erdeni durch die gemeinsamen Bemühungen der Tibeter in allen Gesellschaftsschichten nach den tibetischen buddhistischen Ritualen und den historischen Gepflogenheiten durch die Losziehung aus der goldenen Urne im Jahr 1995 bestätigt und vom Staatsrat genehmigt. Anschließend wurde die Inthronisationsfeier des 11. Panchen Erdeni, wobei der Sonderbeauftragte der Zentralregierung den Vorsitz führte, veranstaltet.

Seit der demokratischen Reform hat es mehr als 30 Lebende Buddhas, die vom Staat und dem Autonomen Gebiet Tibet genehmigt wurden, gegeben.

Die wichtigsten Sekten des Tibetischen Buddhismus

Nyingma-Sekte (Rote Sekte)

Sie entstand als die älteste Sekte des Tibetischen Buddhismus im 11. Jahrhundert. Da die Mönche dieser Sekte eine rote Mütze tragen, wird sie als die Rote Sekte bezeichnet. Sie verbreitet sich nicht nur in den von Tibetern bewohnten Gebieten Chinas, sondern auch in Indien, Bhutan, Nepal, Belgien, Griechenland, Frankreich und den USA.

Gedang-Sekte

Sie wurde im Jahr 1056 gegründet und ging im 5. Jahrhundert in die Gelug-Sekte über.

Sagya-Sekte (Streifige Sekte)

Sie wurde im Jahr 1073 gegründet. Da das Sagya-Kloster, das Hauptkloster der Sekte grau-weiße Mauern hat, heißt sie Sagya ("weißer Ton" im Tibetischen). Da die Mauern der Klöster der Sagya-Sekte mit roten, weißen und schwarzen Streifen, die jeweils Buddha der Weisheit, Buddha der Barmherzigkeit und Tempelwächter symbolisieren, bemalt sind, wird diese Sekte auch als die Streifige Sekte bezeichnet.

Gagyu-Sekte (Weiße Sekte)

Sie wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Da sie dem Studium des Tantrismus, der sich durch mündliche Überlieferung verbreitet, große Aufmerksamkeit schenkt, heißt sie Gagyu ("mündliche Überlieferung" im Tibetischen). Da die Begründer der Sekte, Marba und Milha Riba bei der Meditation eine weiße Robe trugen, wird diese Sekte auch als die Weiße Sekte bezeichnet..

Gelug-Sekte (Gelbe Sekte)

Sie wurde im Jahr 1409 als die jüngste Sekte des Tibetischen Buddhismus gegründet. Sie hat sechs wichtige Klöster– Zhaibung, Sera, Tashilhungpo, Tar, Labrang und Gendain – und ist für das Reinkarnationssystem des Dalai Lama und des Panchen Erdeni bekannt.

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