Wie wurde das Frühlingsfest am historischen Kaiserhof gefeiert?

Das Gemälde zeigt Kaiser Qianlong der Qing-Dynastie. Er genießt während des Frühlingsfests den Schnee im Kaiserpalast. (Photo/Offizielles Weibo-Konto des Palast-Museums)
Das chinesische Neujahr kommt immer näher. Viele Leute sind damit beschäftigt, sich auf das größte Fest in China vorzubereiten. In den meisten Familien gibt es eine Reihe von Traditionen, die während des Frühlingsfests befolgt werden. Dazu zählen neuer Kleider zu tragen, Ravioli zu essen, Frühlingsreime aufzuhängen und Verwandte zu besuchen. Aber wer weiß schon, wie die historischen Kaiser das Frühlingsfest im Kaiserpalast begangen haben? Wir werfen einen Blick darauf.

Drachenmantel der Qing-Dynastie.
Besondere Kleidung und Speisen
Wie die heutigen Menschen haben die Kaiser anlässlich des wichtigen Ereignisses besondere Kleidung getragen und besondere Speisen gegessen.
Der chinesische Neujahrsabend fällt auf den 30. Tag des zwölften Monats des Mondkalenders. An diesem Tag hat der Kaiser feierlich einen hellgelben Drachenmantel getragen. Er war aus Gold und farbigen Fäden genäht und mit Drachenmustern und zwölf Ornamenten bestickt. Das ganze Kleidungsstück in leuchtenden Farben symbolisiert Glück und ein wohlhabendes Land.

Ein feines Schalenset mit Blumenmuster aus der Zeit von Qianlong der Qing-Dynastie.
Bis zur späten Qing-Dynastie hat Kaiser Guangxu den Ort, an dem Ravioli gegessen wurden, in die Halle der Geistigen Kultivierung (Yuangxin Dian) verlegt. Als Füllungen der Nudeln wurden verschiedene Fleischsorten verwendet. Die Kaiserwitwe Cixi hat die Frauen der königlichen Familien und Prinzessinnen an den Kaiserhof eingeladen, um am Neujahrs-Abend gemeinsam Ravioli zu kochen. Dann haben sie am frühen Morgen des Neujahrstages zum Ravioli-Essen zusammengesessen.

Der Dongnuan-Pavillon im Yangxin Dian der Verbotenen Stadt.
Unterhaltung während des Frühlingsfestes
Nach Ende des Neujahrs-Abends beginnt das chinesische Neujahr. Dann hat der Kaiser Gesellschaftskleidung getragen und ist zum Dongnuan-Pavillon im Yangxin Dian gegangen. Dort hat er eine Jade-Fackel entzündet und Wein in einen Pokal aus reinem Gold gegossen. Schließlich hat er glückbringende Worte für das neue Jahr geschrieben, zum Beispiel "Friede für das Land" oder "Gutes Wetter für das Getreide".

Der Pokal aus reinem Gold aus der Qing-Dynastie (links), Schreibpinsel der historischen Kaiser der Qing-Dynastie.
Zwischen dem zweiten und zehnten Tag des ersten Monats des Mondkalenders wurde ein günstiger Tag ausgewählt, um eine Tee-Party zu veranstalten. Dazu hat der Kaiser Fürsten und Minister eingeladen, um unter seiner Anleitung zu dichten. Beamte, die sich bewährt hatten, wurden belohnt.

Ein Helm (links) und ein Kleid, die bei Opern-Aufführungen der Qing-Dynastie zum Einsatz gekommen sind.
Während der alten Zeit gab es kein Fernsehen. Eine wichtige Freizeitbeschäftigung am Kaiserhof war zu dieser Zeit der Besuch chinesischer Opern. Sie mussten lebhaft und glücksverheißend sein. Mehrere Kaiser der Qing-Dynastie haben selbst bei Opernaufführungen mitgewirkt.

Schriftzeichen des chinesischen Buchstaben Fu (Segen) aus der Qing-Dynastie (links), Frühlingsreime aus der Qing-Dynastie.
Frühlingsreime und Türgötter
Frühlingsreime und Türgötter aufzuhängen ist eine wichtige Tradition während des Frühlingsfests. In der Verbotenen Stadt wäre das aber aufgrund der vielen Paläste und Türen sehr viel Arbeit gewesen.

Türgötter der Qing-Dynastie.
Anders als bei gewöhnlichen Familien wurden die Frühlingsreime im Kaiserpalast mit Tinte auf weiße Seide geschrieben. Dann wurden sie gerahmt und an die hellroten Pfeiler der Paläste gehängt. Dadurch wurde der Farbkontrast verstärkt. Das hat die Frühlingsreime klarer gemacht.

Egal ob Kaiser oder normales Volk, historischer Kaiserpalast oder moderne Familie - die fröhliche Stimmung und guten Wünsche für ein besseres Jahr während des Frühlingsfests haben sich nie verändert.

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