WM-Marketingkampagne
Chinesischer Sponsor der französischen Fußball-Nationalmannschaft muss seinen Kunden zehn Millionen Euro zurückzahlen

Als Frankreich am Sonntagabend in Moskau die WM-Trophäe gewann, war es nachvollziehbar, dass der chinesische Sponsor des Teams nicht allzu laut Beifall klatschte. Aufgrund einer ungewöhnlichen Marketingkampagne kostet ihn der Sieg 79 Millionen Yuan (10 Millionen Euro).
Vatti Corp, ein Küchengerätehersteller mit Sitz in der südchinesischen Provinz Guangdong, versprach seinen Kunden im Mai eine volle Rückerstattung des Kaufpreises für ein Paket mit „Meisterschaftsprodukten“ in Höhe von 4.999 Yuan (639 Euro), falls Frankreich die Weltmeisterschaft gewinnen sollte. Das Angebot lief von Juni bis zum 3. Juli, einige Tage nachdem „Les Bleus“ Argentinien im Achtelfinale mit einem deutlichen 4: 3-Sieg besiegten.
Am Montag veröffentlichte Vatti ein Banner auf seiner Webseite, beglückwünschte das französische Team und sagte, dass der Prozess der vollständigen Rückzahlung des Kaufpreises an die Kunden offiziell begonnen habe.
Während Vatti fast 80 Millionen Yuan verliert, hat das Sonderangebot das Profil des Unternehmens erfolgreich erhöht und den Umsatz gesteigert.
Laut The Paper zeigten vorläufige Statistiken, dass Vatti während des Aktionszeitraums insgesamt mehr als 700 Millionen Yuan (89 Millionen Euro) an Offline-Verkäufen erzielte, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Online-Umsatz stieg noch stärker – um 30 Prozent auf 300 Millionen Yuan (38,3 Millionen Euro). Das Unternehmen sagte gegenüber The Paper, dass, obwohl es aufgrund des französischen Sieges 79 Millionen Yuan ausbezahlen musste, Vatti immer noch von der Marketingkampagne profitiere.
Im Rahmen des Sonderangebots sind die regionalen Franchisenehmer für die Rückerstattung der Offline-Verkäufe im Ladengeschäft verantwortlich, während Vatti die Kosten der Erstattung für Online-Kunden trägt.
Der Aufschwung für das Profil von Vatti kommt zu einem guten Zeitpunkt für das Unternehmen, nachdem Ende Juni Schwierigkeiten mit Cashflow und rechtliche Probleme auftraten. Laut Caixin wurde das Vermögen von regionalen Händlern in Beijing und Tianjin von einem Gericht in Guangdong beschlagnahmt, „nachdem der gesetzliche Vertreter beider Franchiseunternehmen für mehr als zehn Tage verschwunden war“.

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