Güterzüge zwischen China und Europa
Große Nachfrage für das neue Jahr erwartet

Der Güterzugverkehr zwischen China und Europa wird auch in diesem Jahr eine wichtige Rolle spielen, da er laut Analysten und Exporteuren den Außenhandel vor dem Hintergrund der laufenden industriellen Modernisierung Chinas und der wachsenden Neigung der Unternehmen zu größerer Effizienz bei gleichzeitiger Umgehung geopolitischer Unsicherheiten erleichtert.
Die derzeitige Zurückhaltung globaler Schifffahrtsunternehmen beim Transit durch den Suezkanal hat den Handel zwischen China und Europa beeinträchtigt und Druck auf die Betriebskosten der Unternehmen auf beiden Seiten ausgeübt. Die Aufträge für chinesisch-europäische Güterzüge - eine wichtige ergänzende Transportart für Waren zwischen den beiden großen Handelspartnern – seien in der Folge in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen, hieß es.
Wenn Containerschiffe den Suezkanal meiden und stattdessen um die südwestliche Spitze Afrikas - das Kap der Guten Hoffnung - navigieren, erhöht dies die Fahrtkosten, verlängert die Transportdauer und führt zu entsprechenden Verzögerungen bei den Lieferplänen.
Alle Güterzugwaggons auf der Strecke zwischen Yiwu (ostchinesische Provinz Zhejiang) und Madrid seien für Januar bereits ausgebucht, wobei sich viele Exporteure ihre Slots bereits im Dezember gesichert hätten. Früher hatten die Kunden ihre Container oft erst zwei Wochen vor der Abfahrt gebucht, berichtete Chen Kaifeng, Direktor der Abteilung für Geschäftsentwicklung der YXE Trading Service Group.
„Der Januar, der auf die Hauptverschiffungssaison im Oktober folgt, wird ebenfalls als kleinere Hochsaison betrachtet", sagte er und fügte hinzu, dass die chinesischen Lieferanten hart daran arbeiten würden, die Verschiffung vor dem chinesischen Frühlingsfest im Februar zu organisieren.
In den letzten Jahren hat sich die Zusammensetzung der chinesischen Exporte verändert, wobei sich der Schwerpunkt auf hochwertige Produkte wie Smartphones, Fahrzeuge, Autoteile, Computer und hochwertige elektronische Komponenten verlagert hat. Dies habe zu einer steigenden Nachfrage nach schnelleren Transportmethoden als der Seeschifffahrt geführt, erklärte Zhou Zhicheng, ein Forscher bei der in Beijing ansässigen China Federation of Logistics and Purchasing (Chinesischen Vereinigung für Logistik und Einkauf).
Angetrieben von der sich vertiefenden Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und seinen Partnerländern wurden im vergangenen Jahr 17.000 Güterzüge zwischen China und Europa eingesetzt - 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wurden 1,9 Millionen 20-Fuß-Standardcontainer (TEU) verschifft, was einer Steigerung um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, wie aus den jüngsten Daten der China State Railway Group, dem Eisenbahnbetreiber des Landes, hervorgeht.
Seit Mitte Dezember sind die Preise in der weltweiten Seeschifffahrt aufgrund von Sicherheitsbedenken in der Region des Roten Meeres deutlich angestiegen. Infolgedessen wird ein wachsendes Volumen an Seefracht auf den China-Europa-Frachtdienst umgeleitet.













