Experten befürchten nukleares Wettrüsten durch Stationierung taktischer Waffen in Großbritannien
Nachdem britische Medien am Wochenende berichtet hatten, dass die USA planen, angesichts der „zunehmenden Bedrohung“ durch Russland zum ersten Mal seit 15 Jahren Atomwaffen in Großbritannien zu stationieren, befürchten Experten, dass dieser Schritt nur noch mehr Turbulenzen in Europa und ein potenzielles nukleares Wettrüsten auslösen wird.

(Foto von Xinhua)
Die USA planen, die Schwerkraftbombe B61-12, die dreimal energiereicher ist als die Hiroshima-Bombe, auf dem Luftwaffenstützpunkt RAF Lakenheath in Suffolk zu stationieren, um auf einen möglichen Krieg zwischen der NATO und Russland vorbereitet zu sein, berichtete The Telegraph unter Berufung auf Pentagon-Dokumente, die die Zeitung eingesehen hat.
Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte, auf die Enthüllungen nicht reagieren zu wollen. Es bleibe eine langjährige Politik des Vereinigten Königreichs und der NATO, das Vorhandensein von Atomwaffen an einem bestimmten Ort weder zu bestätigen noch zu dementieren, sagte er.
Mehrere hochrangige Beamte aus den USA und dem Vereinigten Königreich hatten kürzlich Großbritannien aufgefordert, sich auf die Möglichkeit eines Krieges zwischen der NATO und Russland vorzubereiten.
Anfang dieser Woche forderte General Sir Patrick Sanders, der scheidende Chef der britischen Armee, dass die 74.000 Mann starke Armee durch mindestens 45.000 Reservisten und Bürger verstärkt werden müssten, um besser auf einen möglichen Konflikt vorbereitet zu sein, berichtet der Guardian. Auch US-Marineminister Carlos Del Toro forderte Großbritannien auf, die Größe seiner Streitkräfte angesichts „der Bedrohungen, die heute bestehen, neu zu bewerten“, heißt es in dem Bericht.
Im September 2023 erklärte als Reaktion auf einen Posten im Haushalt der US-Luftwaffe für 2024, der den Bau eines Schlafsaals bei der RAF Lakenheath für Personal auf einer „potenziellen Sicherungsmission“– was Militärjargon für nukleare Sicherheit ist– vorsah, das russische Außenministerium, Moskau werde jeden Schritt zur Rückgabe von US - Atomwaffen an das Vereinigte Königreich als Eskalation betrachten und mit „Gegenmaßnahmen“ für die eigene Sicherheit reagieren.
Die verstärkte Stationierung taktischer Atomwaffen durch die USA in Europa sei eine etablierte Strategie, und die erneute Stationierung taktischer Atomwaffen im Vereinigten Königreich sei sehr wahrscheinlich, da sie sowohl den USA als auch dem Vereinigten Königreich bei der Bekämpfung Russlands entgegenkomme, erklärte der chinesische Militärexperte und TV-Kommentator Song Zhongping gegenüber der Global Times am Sonntag.
Die USA drängen auf einen stärkeren militärischen Wettbewerb zwischen der NATO und Russland, sogar auf der Ebene der Atomwaffen. Die Reihe von Maßnahmen der USA mache das Sicherheitsumfeld in Europa schwieriger und schaffe ein günstiges strategisches Umfeld für sie selbst, urteilt der in Beijing ansässige Militärexperte Wei Dongxu.
Im Jahr 2008 hatten die USA ihre Atomraketen aus Großbritannien abgezogen, nachdem sie offiziell zu dem Schluss gekommen waren, dass die Bedrohung durch Moskau aus dem Kalten Krieg nachgelassen habe. Die USA haben derzeit Atomwaffen in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei stationiert.













