Ruhestandsregelungen
Rentenreform in China: „Freiwilligkeit“ und „Flexibilität“ als Grundsätze
China plant, das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben, basierend auf den Prinzipien der „Freiwilligkeit“ und „Flexibilität“. Diese Reform zielt darauf ab, den demografischen Wandel zu bewältigen und die Renten- und Altenpflegeindustrie zu fördern.

Um die Alterung der Bevölkerung aktiv anzugehen und die Entwicklung der Renten- und Altenpflegeindustrie zu fördern, hat China einen Beschluss gefasst, um die Reform zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf umsichtige und geordnete Weise voranzutreiben. Diese Reform beruht auf den Grundsätzen der „freiwilligen Teilnahme mit angemessener Flexibilität.“
Die Auflistung der Freiwilligkeit als eines der Prinzipien zeige, dass der Wille des Einzelnen voll respektiert werde, und unterstreiche den Grundsatz, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe, erklärte Song Jian, ein Demograf vom Zentrum für Bevölkerungs- und Entwicklungsstudien der Renmin-Universität in Beijing, am Montag und erklärte, dass im Kontrast dazu eine Politik, die alle über einen Kamm schere („one-size-fits-all”), mit Sicherheit den Interessen einiger Menschen schaden würde. Laut Song ist die Anhebung des Renteneintrittsalters selbstredend nicht etwas, das sich jeder wünscht. Jeder Mensch befindet sich in einer anderen Situation, sei es der Beruf, der persönliche Gesundheitszustand oder die familiäre Situation, z. B. die Betreuung von Enkelkindern. Daher kann die Fortsetzung der Arbeit oder die Konzentration auf die Zeit mit der Familie besser koordiniert werden, wenn dies freiwillig geschieht.
Was den Grundsatz der Flexibilität betrifft, so ist Song der Ansicht, dass er einen objektiveren Ansatz widerspiegelt. Die Menschen haben mehr Freiheit, flexible Anpassungen entsprechend ihren persönlichen Entscheidungen oder entsprechend den Anforderungen verschiedener Arbeitgeber in unterschiedlichen Sektoren vorzunehmen, was den praktischen Gegebenheiten besser entspreche. Da sich die heutige Gesellschaft in Bezug auf Berufe, persönliche Werte und Wahlmöglichkeiten vielfältiger entwickelt habe, eigne sich das Flexibilitätsprinzip besser für diese gesellschaftliche Form der Vielfalt.
Das derzeitige chinesische Rentensystem sieht ein relativ niedriges Renteneintrittsalter vor, wobei weibliche Arbeitnehmer mit 50 oder 55 Jahren und männliche Arbeitnehmer mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Im Vergleich zu anderen Ländern und Regionen hat China eines der niedrigsten Renteneintrittsalter der Welt. Das derzeitige Rentensystem ist zudem obligatorisch, d. h., wenn ein Arbeitnehmer das Rentenalter erreicht, muss er in den Ruhestand gehen.
Viele Industrieländer haben bereits flexible Ruhestandsregelungen eingeführt, die sich vor allem darauf konzentrieren, mit wirtschaftlichen Mitteln Anreize und Zwänge zur Anpassung des Rentenalters zu schaffen. Wenn ein Arbeitnehmer nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters immer noch gesund und bereit ist, weiterzuarbeiten, kann der Arbeitgeber dies nicht ablehnen. Darüber hinaus kann der Staat für diejenigen, die später in den Ruhestand gehen, sogar Anreize wie Rentenleistungen bieten.
„Einer der Höhepunkte dieser Entschließung ist, dass das Renteneintrittsalter nicht mehr von der Politik, sondern vom Gesetz bestimmt wird. Nach der dritten Plenarsitzung wird China daran arbeiten, ein gesetzliches Rentenalter festzulegen, das auf der durchschnittlichen Lebenserwartung des Landes und auf Big Data basiert“, erläuterte Yang Yansui, Professor für soziale Sicherheit an der Tsinghua-Universität, wie Medien am Montag berichteten. In den letzten Jahren war der Aufschub des Renteneintrittsalters in der chinesischen Öffentlichkeit stets ein heißes Thema.













