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Crowdsourcing zur verdeckten Informationsbeschaffung

Chinas Ministerium warnt vor ausländischer Spionage

german.china.org.cn  |  
05.12.2024

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) hat am Mittwoch aufgedeckt, dass ausländische Nachrichtendienste Crowdsourcing nutzen, um sensible Daten in China zu sammeln. Dies stelle eine verdeckte, aber ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit dar. Das Ministerium forderte die Öffentlichkeit deshalb auf, wachsam zu sein und verdächtige Aktivitäten zu melden.

(Foto von VCG)

In den letzten Jahren hätten Chinas nationale Sicherheitsbehörden eine neue und äußerst betrügerische Spionagetaktik aufgedeckt: die Nutzung von Crowdsourcing-Plattformen durch ausländische Nachrichtendienste, um geheime Informationen zu sammeln, so das chinesische Ministerium für Staatssicherheit (MSS) am Mittwoch. Diese verdeckte Methode, die als „Crowdsourced espionage“ bezeichnet wird, stelle eine zunehmende Bedrohung dar.

Dieser Methode folgend zerlegen ausländische Nachrichtendienste nachrichtendienstliche Missionen in kleinere, diskrete Aufgaben und verteilen sie über legitime Crowdsourcing-Plattformen. Ahnungslose Teilnehmer werden so rekrutiert, um scheinbar harmlose Datenerfassungsaufgaben auszuführen, oft ohne zu wissen, welche Absichten hinter ihren Aufträgen stehen. Diese einzelnen Datenpunkte werden dann analysiert und zusammengesetzt, so dass die Behörden in den Besitz sensibler Informationen gelangen können.

Bei dieser Methode wird der legale und offene Charakter von Online-Plattformen ausgenutzt. Durch die Fragmentierung der Spionageaufgaben wird die Operation weniger auffällig, und die Teilnehmer sind sich nicht bewusst, dass sie zum Sammeln von Informationen beitragen. Das MSS hat aufgedeckt, dass bestimmte ausländische Agenturen diesen Ansatz genutzt haben, um kritische Daten zu sammeln, darunter Informationen zur Meereshydrologie, zur Verteilung von Mineralien, zu Energiereserven und hochpräzise geografische Informationen, was ein ernsthaftes Risiko für Chinas Sicherheit darstellt.

Die Crowdsourced-Spionage erfolgt mit verschiedenen Methoden. Erstens stellen ausländische Behörden unter dem Deckmantel der Softwareentwicklung Datenerfassungsaufgaben auf Crowdsourcing-Plattformen ein. Die Teilnehmer werden gebeten, spezielle geografische Erhebungssoftware zu installieren und Daten von bestimmten Orten hochzuladen, um dafür eine Belohnung zu erhalten. Zu diesen Orten gehören oft sensible oder als geheim eingestufte Gebiete, wodurch die gesammelten Daten zu einer ernsthaften Bedrohung der nationalen Sicherheit werden.

Darüber hinaus versorgen ausländische Behörden die Teilnehmer mit Internet-of-Things-Geräten (IoT) und fordern sie auf, drahtlose Peer-to-Peer-Netzwerke einzurichten. Diese Netzwerke, die auf Blockchain- und drahtlosen Kommunikationstechnologien basieren, ermöglichen es den Teilnehmern, als Knotenpunkte in einem dezentralen Geheimdienstnetzwerk zu agieren. Die Anonymität und die große Reichweite solcher Netzwerke machen sie zu äußerst effizienten Instrumenten für die heimliche Sammlung von Informationen.

Bestimmte Gruppen sind besonders anfällig für die Rekrutierung für Crowdsourced-Spionage. Personen, die in der Nähe von Militärgebieten, Forschungslabors oder anderen geheimen Orten leben oder arbeiten, werden aufgrund ihrer Nähe zu sensiblen Einrichtungen ins Visier genommen. Sie können unwissentlich wichtige Informationen wie Einreisepläne und Baupläne von Einrichtungen an ausländische Behörden weitergeben.

Universitätsmitarbeiter, Studierende und Forscher, die in hochmodernen Bereichen arbeiten, haben möglicherweise Zugang zu unveröffentlichten Forschungsergebnissen, akademischen Daten und experimentellen Ergebnissen. Ausländische Nachrichtendienste nutzen spezialisierte Crowdsourcing-Plattformen, indem sie Forschungsgelder oder Möglichkeiten der Zusammenarbeit anbieten, um sie zur Weitergabe sensibler Daten zu verleiten.

Darüber hinaus sind Personen, die häufig in sozialen Medien, auf Websites für die Arbeitssuche oder auf Plattformen für Freiberufler aktiv sind, ein bevorzugtes Ziel für die Anwerbung durch Anzeigen für „hochbezahlte Teilzeitjobs“ oder „Datenerfassungsaufgaben“. Hinter diesen scheinbar seriösen Angeboten verbirgt sich aber tatsächlich ein anderer Zweck - das Sammeln von Informationen.

Das MSS betonte, dass der Schutz der nationalen Sicherheit eine kollektive Verantwortung sei. Die Bürgerinnen und Bürger werden deshalb dringend gebeten, wachsam zu bleiben, keine sensiblen Informationen online weiterzugeben und sich nicht an dubiosen Datenerfassungsaktivitäten zu beteiligen.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Spionage,Staatssicherheit,Information