Wein- und Spirituosenindustrie mit Sorge
EU kontert US-Zölle
Die Aktion-Reaktionsspirale im Handelsstreit zwischen den USA und der EU hat sich weitergedreht, nachdem die EU auf die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte mit 50-prozentigen Zöllen auf Whisky reagiert hatte. Trump droht nun mit 200-prozentingen Zöllen auf Wein- und Spirituosenimporte aus Frankreich und anderen EU-Staaten.
Die Trump-Regierung kündigte kürzlich einen Zoll von 25 Prozent auf Importe von Stahl, Aluminium und bestimmten stahl- und aluminiumhaltigen Produkten aus der Europäischen Union (EU) an. Als Reaktion darauf kündigte die EU am Mittwoch einen Zoll von 50 Prozent auf amerikanischen Whisky an.
Daraufhin drohte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag damit, einen Zoll von 200 Prozent auf alle Weine, Champagner und andere alkoholische Getränke aus Frankreich und anderen EU-Mitgliedstaaten zu erheben, falls der Whisky-Zoll nicht sofort aufgehoben wird.
Frankreich, einer der größten europäischen Wein- und Spirituosenexporteure, gehörte zu den ersten, die reagierten. Der Wein- und Spirituosensektor ist der drittgrößte Umsatzbringer des Landes.
Der französische Minister für Außenhandel, Laurent Saint-Martin, warnte am Donnerstag, dass Frankreich Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werde, falls Washington seine Zollandrohung wahrmache: „Frankreich ist weiterhin entschlossen, gemeinsam mit der Europäischen Kommission und unseren Partnern zu reagieren“, sagte er auf seinem X-Account und betonte, dass weder Frankreich noch die EU dem Druck nachgeben würden. Der Sprecher des französischen Außenministeriums, Christophe Lemoine, schloss sich dieser Haltung an und sagte, dass es eine „sofortige, entschlossene und angemessene“ Reaktion geben werde, falls Washington die neuen Zölle durchsetzen sollte.
Während eines Besuchs in Südafrika erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass die EU für Verhandlungen mit den USA über den Zollstreit offen sei, betonte aber, dass die Union ihre Interessen verteidigen werde.
In einem Gespräch mit lokalen Medien am Donnerstag warnte Luka Brkic, Professor an der kroatischen Libertas International University, dass Zölle niemandem nützen würden, „am allerwenigsten dem Land, das sie erhebt.“
Am Mittwoch warnte der Verband der französischen Wein- und Spirituosenexporteure (FEVS), dass der europäische Wein- und Spirituosensektor aufgrund des wirtschaftlichen und geopolitischen Drucks weiterhin stark gefährdet sei. Auf europäischer Ebene forderte SpiritsEUROPE, eine Interessenvertretung der europäischen Spirituosenhersteller, beide Seiten auf, alkoholische Getränke aus dem Handelsstreit herauszuhalten, mit dem diese Produkte nichts zu tun hätten. Die Irish Whisky Association warnte am Donnerstag ebenfalls, dass Zölle schwerwiegende Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher haben könnten.













