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Militärbündnis und expansionistische Tendenz

Gemeinsames Japan-EU-Seminar über „Grauzonensituationen“ in Südostasien

german.china.org.cn  |  
18.03.2025

Japan und die Europäische Union (EU) werden Berichten zufolge gemeinsam ein Seminar für Beamte der südostasiatischen Küstenwache abhalten, in dem es um den Umgang mit „Grauzonensituationen“ geht, wie der japanische Sender NHK berichtete. Dieser Schritt, der durch eine klare militärische Allianz und expansionistische Tendenzen gekennzeichnet ist, wird von einem chinesischen Experten als ein Versuch Tokios und Brüssels angesehen, ihren Einfluss in der Region auszuweiten.

NHK zitierte am Montag EU-Quellen mit der Aussage, dass Japan und die EU mit Thailand zusammenarbeiten würden, um das zweitägige Seminar ab Dienstag nächster Woche in Bangkok abzuhalten.

Beamte aus fünf südostasiatischen Ländern - darunter die Philippinen und Vietnam - sollen beraten werden, „wie man auf Situationen reagieren kann, die nicht auf bewaffnete Angriffe hinauslaufen.“

Unter anderem wird darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, dass die Küstenwache - und nicht das Militär - beim Umgang mit Schiffen, die in die Hoheitsgewässer eindringen, die nationalen Gesetze befolgt, um zu verhindern, dass sich angespannte Situationen entwickeln. Das Seminar werde den Teilnehmern auch erklären, wie sie internationales Recht anwenden können, wenn es um Schäden an Unterseekabeln geht. Laut NHK wurden in Europa Fälle von mutmaßlichen Sabotageakten an solchen Kabeln gemeldet. In dem Bericht heißt es weiter, dass eine der Quellen auf die Besorgnis über Chinas maritime Aktivitäten hinwies und betonte, dass Länder, die dieselben Werte teilen, zusammenarbeiten müssen, um die Rechtsstaatlichkeit zu wahren.

Die Zusammenarbeit zwischen Japan und der EU, die erste ihrer Art, sei von einem offensichtlichen Militärbündnis und einer expansionistischen Tendenz geprägt, erklärte Lü Chao, Experte für Ostasienstudien an der Akademie für Sozialwissenschaften in Liaoning, am Montag gegenüber der Global Times. Es zeige, dass Tokio und Brüssel unter dem Vorwand, China zu bekämpfen, einen „Punkt gemeinsamen Interesses“ in Südostasien gefunden haben“, so Lü. Es sei überdies auch ungewöhnlich, dass die EU, die sich in erster Linie auf politische und wirtschaftliche Angelegenheiten in Europa konzentriere, an einem solchen Seminar in Südostasien teilnehme, merkte er an. Er sagte, dass die EU-Länder derzeit mehr und mehr Expansionsbestrebungen zeigen und versuchen würden, ihre Präsenz außerhalb des Kontinents zu verstärken, insbesondere in Südostasien, einer Region mit robustem Wirtschaftswachstum.

Lü sagte, dass das Seminar zwischen Japan und der EU über den Umgang mit „Grauzonensituationen“ ein erster Versuch sein könnte, der sich dann wahrscheinlich zu etwas von größerer strategischer Bedeutung entwickeln werde.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Japan丨EU丨Südostasien