Weltwirtschaft: Handelskonflikte bremsen Wachstum – IWF senkt Prognose
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Dienstag in seinem jüngsten Update des World Economic Outlook (WEO) seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum deutlich gesenkt. Hintergrund sind die zwischen dem 1. Februar und dem 4. April von den Vereinigten Staaten angekündigten neuen Importzölle sowie entsprechende Gegenmaßnahmen anderer Länder. Die neue Prognose geht für 2025 und 2026 von einem globalen Wachstum von lediglich 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent aus – das sind insgesamt 0,8 Prozentpunkte weniger als noch in der Januarprognose erwartet.
In den USA war die Inlandsnachfrage bereits vor den jüngsten Maßnahmen rückläufig, was vor allem auf zunehmende politische Unsicherheit zurückzuführen ist. Die aktualisierte Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft wurde auf 1,8 Prozent gesenkt – ein Rückgang um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Januar. Allein die Einführung neuer Zölle schlägt dabei mit 0,4 Prozentpunkten zu Buche.
Auch für die Eurozone rechnet der IWF mit einem abgeschwächten Wachstum: Die Prognose wurde leicht auf 0,8 Prozent reduziert, obwohl die Region insgesamt geringeren Zollbelastungen unterliegt. In Europa wie auch in China wird erwartet, dass eine aktivere Fiskalpolitik das Wachstum in den kommenden Jahren stützen wird.
Der IWF betont in seinem Ausblick, dass sich die globalen Wachstumsaussichten kurzfristig verbessern könnten, wenn die Staaten ihre derzeitige Handelspolitik lockern und neue Abkommen schließen. Auf lange Sicht könne eine gezielte Korrektur innerer wirtschaftlicher Ungleichgewichte sowohl die Risiken verringern als auch die gesamtwirtschaftliche Leistung stärken. Für Europa bedeute das insbesondere höhere Investitionen in die Infrastruktur zur Ankurbelung der Produktivität. China solle seine Binnennachfrage stärken, während in den USA eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung notwendig sei.
„Die Weltwirtschaft tritt in eine neue Ära ein. Ihr weiterer Kurs wird davon abhängen, wie entschlossen die Herausforderungen gemeistert und Chancen genutzt werden“, so der IWF.












