Die Gegenreaktion des US-Zollkriegs beginnt gerade erst
Die negativen Auswirkungen des Zollkriegs auf die US-Wirtschaft beginnen sich abzuzeichnen.
Am 23. April veröffentlichte die US-Notenbank ihren Konjunkturbericht, das sogenannte „Beige Book“, in dem eine zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit und eine deutliche Verschlechterung der Aussichten in mehreren Regionen der USA festgestellt wurden. In dem 56-seitigen Bericht taucht das Wort „Zölle“ 107-mal auf – mehr als doppelt so häufig wie in der vorherigen Ausgabe.
Bereits am Vortag hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für das US-Wirtschaftswachstum 2025 im „World Economic Outlook“ deutlich nach unten korrigiert – um 0,9 Prozentpunkte gegenüber der Januar-Schätzung.
Diese Entwicklung zeigt: Die größte Sorge rund um die US-Wirtschaft ist derzeit das Risiko einer Rezession. Tatsächlich bringen Zölle nicht den erhofften Kapitalrückfluss, sondern schüren vielmehr die Gefahr einer Stagflation und die Erwartung eines wirtschaftlichen Abschwungs.
Am deutlichsten zu spüren bekommen das die einfachen Bürger. Ob durch Hamsterkäufe oder den zunehmenden Griff zu qualitativ hochwertigen und günstigen Produkten auf chinesischen E-Commerce-Plattformen – das Konsumverhalten der US-Verbraucher spiegelt eine tiefe Unsicherheit wider. Sie stehen nicht nur vor steigenden Preisen, sondern auch vor einer ungewissen Zukunft.
Auch für US-Unternehmen verschärft sich die Lage: steigende Kosten und sinkende Gewinnmargen belasten die Wirtschaft. Kommt es zusätzlich zu Vergeltungsmaßnahmen als Reaktion auf die US-Zölle, könnten die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft noch gravierender ausfallen.
In den letzten Tagen hat die US-Seite mehrfach angedeutet, dass der Zollkonflikt mit China bald abklingen könne – sogar von laufenden Gesprächen und möglichen Vereinbarungen war die Rede. Dazu stellte die chinesische Seite jedoch klar: Derzeit finden keine wirtschaftlichen oder handelspolitischen Gespräche zwischen China und den USA statt. Wenn die USA tatsächlich an einer Lösung interessiert seien, müssten sie die rationale Stimme der internationalen Gemeinschaft und der eigenen Bevölkerung ernst nehmen – und alle einseitigen Zollmaßnahmen gegen China vollständig aufheben.
Die USA sollten die Warnsignale in den aktuellen Daten ernst nehmen, daraus lernen und ihre Handelskonflikte auf der Basis von Gleichberechtigung und Dialog mit ihren Partnern lösen.












