Chinas Konjunkturpaket
Experten: Zur Unterstützung des Wachstums und zur Stabilisierung der Märkte
China hat ein neues Konjunkturpaket vorgestellt. Experten sehen darin die Entschlossenheit der politischen Entscheidungsträger, die Wirtschaft und die Finanzmärkte angesichts des anhaltenden Drucks durch die US-Zölle zu stabilisieren.

Die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China, hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie den 7-Tage-Repo-Satz – ein wichtiger geldpolitischer Benchmark für Zinssätze – ab Donnerstag um 10 Basispunkte von 1,5 Prozent auf 1,4 Prozent senken wird. Auch der Mindestreservesatz (RRR) – der Anteil der Einlagen, den Banken als Reserve halten müssen – wird um 0,5 Prozentpunkte gesenkt, wodurch Liquidität in Höhe von rund 1 Billion Yuan (rund 122,2 Milliarden Euro) freigesetzt wird. Weitere geldpolitische Maßnahmen sind die Senkung des Jahreszinssatzes für Autofinanzierungs- und Finanzleasingunternehmen von 5 Prozent auf null sowie die Senkung der Hypothekenzinsen des Wohnraumvorsorgefonds und verschiedener struktureller geldpolitischer Instrumente um 25 Basispunkte. Die Zentralbank wird außerdem zwei neue Instrumente einführen, um den Konsum von Dienstleistungen und die Pflege älterer Menschen sowie Investitionen in technologische Innovationen zu finanzieren.
David Chao, Global Market Strategist für den asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) bei der Investmentgesellschaft Invesco, sagte: „Die Zinssenkungen werden wahrscheinlich die Kreditkosten für die Realwirtschaft senken und das Kreditwachstum ankurbeln [...] Das kombinierte Maßnahmenpaket – ähnlich wie im vergangenen September – zeigt, dass die politischen Entscheidungsträger dem Wachstum weiterhin Priorität einräumen“, so Chao.
Die Maßnahmen wurden kurz vor den geplanten Handelsgesprächen mit den USA bekannt gegeben. Wang Qing, Chief Macroeconomic Analyst bei Golden Credit Rating International, hält es für möglich, dass die chinesische Zentralbank die Zins- und Mindestreservesätze in der zweiten Jahreshälfte weiter senkt, da die Verhandlungen einen komplexen Prozess durchlaufen könnten, während die Inflation im Inland gedämpft bleibt.
Der chinesische A-Aktienmarkt reagierte positiv auf diese Maßnahmen: Der Leitindex Shanghai Composite Index stieg um 0,8 Prozent und schloss am Mittwoch bei 3.342,67 Punkten. Am Donnerstagmorgen setzte sich der Aufwärtstrend fort.
Laut der gestrigen Pressekonferenz wird die Zentralbank Central Huijin Investment, einem Zweig des chinesischen Staatsfonds, der als Börsenstabilisierungsfonds fungiert, bei Bedarf finanzielle Unterstützung zur Aufstockung der Aktienbestände gewähren.
Zhang Jun, Chefvolkswirt von China Galaxy Securities, betonte, dass es für China notwendig sei, einen formellen Aktienmarktstabilisierungsfonds im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens einzurichten, insbesondere angesichts der zunehmenden Volatilität der globalen Finanzmärkte, um die Markterwartungen weiter zu stabilisieren.
Lu Ting, Chefvolkswirt für China bei Nomura, sagte, China müsse mutigere Schritte unternehmen, insbesondere an der Steuerfront, um die Verschuldung im Immobiliensektor zu bereinigen und den Konsum durch eine Reform des Rentensystems zu unterstützen.
Li Yunze, Leiter der nationalen Finanzaufsichtsbehörde, sagte, China werde die Einführung von Finanzierungsmechanismen beschleunigen, die seinem neuen Entwicklungsmodell für Immobilien entsprechen.













