TCM im Highlight
WHO-Mitgliedstaaten organisieren erstmals Nebenveranstaltung auf Weltgesundheitsversammlung
Im Rahmen der 78. Weltgesundheitsversammlung in Genf fand erstmals eine von den WHO-Mitgliedstaaten organisierte Nebenveranstaltung zum Thema traditionelle Medizin statt. Ein Highlight dabei war die traditionelle chinesische Medizin (TCM).
Am Rande der 78. Weltgesundheitsversammlung (WHA) in Genf fand am Dienstag eine von China, Malaysia, Nepal, Saudi-Arabien und den Seychellen organisierte Veranstaltung zum Thema traditionelle Medizin statt. Es war das erste Mal, dass die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Nebenveranstaltung zu diesem Thema auf der Versammlung organisierten.
Mehr als 100 Personen nahmen daran teil, darunter hochrangige Gesundheitsbeamte, WHO-Vertreter sowie führende Experten und Wissenschaftler. Im Mittelpunkt stand die Integration traditioneller Medizin in nationale Gesundheitssysteme, um die allgemeine Gesundheitsversorgung zu verbessern und die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
In ihrer Grundsatzrede erklärte Yu Yanhong, Beauftragte der Nationalen Verwaltung für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in China, dass das chinesische Gesundheitssystem durch die Integration westlicher und traditioneller chinesischer Medizin gekennzeichnet sei. Dies sei eine der wichtigsten Stärken Chinas im Bereich der medizinischen Versorgung.
Zur Förderung der TCM habe China Regulierungsmechanismen entwickelt, darunter ein im Jahr 2016 verabschiedetes Gesetz, das der TCM eine größere Rolle im medizinischen System einräume und gleichzeitig ihre regulierte Entwicklung sicherstelle, sagte sie.
Die TCM-Industrie habe sich moderne medizinische Technologien zunutze gemacht, um ihre Theorien und Praktiken zu erneuern. Gleichzeitig habe sie eigene Strategien für das Management, die Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen und die Ausbildung von Fachkräften entwickelt.
Laut Yu wurden mittlerweile TCM-Krankenhäuser in fast allen chinesischen Provinzen, Städten und Bezirken eingerichtet und mehr als 90 Prozent der allgemeinen Krankenhäuser verfügen über TCM-Abteilungen. Die TCM-Einrichtungen in China verzeichnen derzeit jährlich etwa 1,69 Milliarden ambulante Besuche.
Mit Blick auf die Zukunft ermutigte Yu die Länder, traditionelle Medizinsysteme zu entwickeln, die auf ihre nationalen Gegebenheiten abgestimmt sind. Sie rief zudem zu einem intensiveren internationalen Austausch und einer engeren Zusammenarbeit auf, um die globale Strategie der WHO für traditionelle Medizin gemeinsam voranzubringen.
Die WHO erkennt die Vielfalt der Praktiken der traditionellen, komplementären und integrativen Medizin (TCIM) auf der ganzen Welt sowie deren Beitrag zum Wohlbefinden der Menschen und zur allgemeinen Gesundheitsversorgung an. Die jüngste Fassung der WHO-Strategie für traditionelle Medizin (2025–2034) wird auf der diesjährigen WHA überprüft.













