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Meinungsumfrage

Einbruch der US-Soft Power durch protektionistische Reformen und Alleingänge

german.china.org.cn  |  
04.06.2025

Die globale Attraktivität der USA nimmt ab. Protektionistische Handelspolitik, restriktive Visapolitik und der Rückzug aus internationalen Abkommen haben das Vertrauen in die Vereinigten Staaten erschüttert und könnten langfristig gravierende Folgen haben.

Washingtons einst unangefochtene Soft Power gerät immer stärker unter Druck. Eine aktuelle Umfrage des US-Marktforschungsinstituts Morning Consult zeigt, dass Chinas weltweites Ansehen erstmals seit Beginn der Erhebungen höher bewertet wird als das der USA. In 41 untersuchten Ländern – darunter Kanada, Großbritannien, Frankreich, Russland und Japan – erreicht China einen Nettowert von +8,8 Punkten, während die USA bei –1,5 Punkten liegen. Jason McMann, Leiter für politische Analyse bei Morning Consult, bezeichnete dieses Ergebnis als „starken Rückschlag für die amerikanische Soft Power“.

Rückschritt trotz bewährter Pole-Position

Experten führen den Abstieg vor allem auf die protektionistische Ausrichtung der US-Handelspolitik unter der Präsidentschaft von Donald Trump zurück. Einseitig eingeleitete Strafzölle und der Austritt aus wichtigen multilateralen Organisationen haben das Vertrauen in den US-Markt belastet. Yuan Sha, Vizedirektorin des China Institute of International Studies, betont: „Die USA sind grundsätzlich eine Handelsnation, doch die aktuellen Einschränkungen erschüttern das globale Vertrauen in den US-Wirtschaftsraum.“ Schwankende Kurse an Aktien- und Anleihemärkten spiegeln ihrer Meinung nach die weltweiten Zweifel an den Wirtschaftsaussichten der Vereinigten Staaten wider.

Darüber hinaus haben politische Angriffe auf renommierte Universitäten wie Harvard sowie erschwerte Visabestimmungen internationale Studierende zunehmend abgeschreckt. Laut einer Studie des Bildungsportals Studyportals ist das Interesse ausländischer Studierender an amerikanischen Hochschulen so gering wie seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr. Zhao Minghao von der Fudan-Universität sieht darin eine Gefahr für die Innovationskraft der USA: „Internationale Talente sind essenziell für Forschung und Entwicklung. Viele potenzielle Studierende suchen sich inzwischen andere Zielorte.“

Vertrauensverlust bei Verbündeten

Eine im April veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos ergab, dass in 26 von 29 befragten Ländern – einschließlich der Partnerstaaten wie Kanada – die Einschätzung der USA als positiver Einfluss zurückgegangen ist. Die wachsende Kritik reicht dabei über Handelsfragen hinaus: der Rückzug aus internationalen Vereinbarungen, das Vordringen unilateral geprägter Ideen – von der Nordkoreapolitik bis zum gescheiterten Vorstoß, Grönland zu erwerben – stießen weltweit auf Ablehnung.

Zhang Guoqing, Forscher der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, warnt, dass ein Alleingang der USA in einer zunehmend multipolaren Weltordnung zur Isolation führen könnte: „Soft Power kann sich nur erholen, wenn sie nicht permanent verschleudert wird. Der fortgesetzte Verzicht auf multilaterale Zusammenarbeit gefährdet das Ansehen der USA langfristig.“

Yuan sieht in der Konzentration auf „Hard Power“ keine langfristige Lösung: „Zwangsmaßnahmen mögen kurzfristig Wirkung zeigen, doch der Preis ist der Verlust von Glaubwürdigkeit. Ohne weiche Einflusskanäle schwächen die USA letztlich ihre eigenen globalen Interessen.“

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: USA,Soft Power,Meinungsumfrage,Morning Consult