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Signal aus Washington: Was der erste US-Besuch von Kanzler Merz bedeutet

CRI  |  
09.06.2025

Der neue deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat kürzlich seinen ersten offiziellen Besuch in den Vereinigten Staaten absolviert. Am 5. Juni traf er US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Im Zentrum des Treffens standen die Ukraine-Krise, Handelszölle sowie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Ein zentrales Anliegen von Merz war es, mit der US-Seite Wege zur Beendigung des russisch-ukrainischen Konflikts zu diskutieren. Medienberichten zufolge wich Trump mehrfach der Frage aus, ob er neue Sanktionen gegen Russland unterstütze oder eine entsprechende Gesetzesinitiative im US-Kongress befürworte. Stattdessen deutete er an, es könne Sanktionen gegen beide Konfliktparteien geben.

Auch die wirtschaftlichen Spannungen zwischen Deutschland und den USA waren ein wichtiges Gesprächsthema. Laut Deutsche Welle machte Merz deutlich, dass ein Zollkonflikt allen schade - Deutschland, den USA und der Weltwirtschaft insgesamt. Handelsstreitigkeiten seien geeignet, „alle zu gefährden“.

Beobachter sehen in dem Besuch eine Begegnung gegensätzlicher Positionen: Unilateralismus versus Multilateralismus, konservativ versus liberal, Abhängigkeit versus Eigenständigkeit, Isolation versus Bündnistreue. Merz wolle mit seiner Reise ein klares Signal an Europa und die Welt senden: „Deutschland ist zurück!“

Dies deutet auf einen politischen Kurs hin, bei dem Deutschland künftig nicht nur eine aktivere Rolle im Ukraine-Konflikt einnimmt, sondern auch innerhalb Europas und auf der internationalen Bühne mehr Verantwortung übernimmt.

Gleichzeitig warnen Analysten, dass die Spannungen zwischen den USA und Deutschland - sowie zwischen den USA und Europa insgesamt - durch diesen Besuch kaum gelöst werden. Vielmehr werde das Verhältnis in einem schwierigen Spannungsfeld aus Interessenkonflikten und notwendiger Zusammenarbeit neu austariert werden müssen.

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Quelle: CRI

Schlagworte: Besuch,USA,Merz