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Mehr regionale Integration

Ostasien soll sich für einen vereinten „Mega-Markt“ einsetzen

german.china.org.cn  |  
20.06.2025

Angesichts steigender US-Zölle und rückläufiger Exporte wird die Stärkung des regionalen Handels in Ostasien immer dringlicher. Nur ein vereinter „Mega-Markt“ mit grenzüberschreitender Kooperation kann langfristiges Wachstum sichern.


Wie Reuters am Mittwoch berichtete, sind die japanischen Exporte im Mai zum ersten Mal seit acht Monaten gesunken, da „große Automobilhersteller von den umfassenden US-Zöllen betroffen waren“. Daten des japanischen Handelsministeriums zeigen, dass die Exporte in die USA im Mai um 11,1 Prozent im Jahresvergleich zurückgingen, wobei die Automobil­exporte sogar um 24,7 Prozent einbrachen. Das ist eine direkte Folge der immer weiter eskalierenden US-Zollpolitik, die Handel und industrielle Wertschöpfungsketten in Asien ins Wanken bringt.

Die Lage in Japan ist dabei exemplarisch für alle exportabhängigen asiatischen Volkswirtschaften. Auch Südkorea sieht sich mit wachsender Exportunsicherheit und schrumpfenden Gewinnspannen konfrontiert. Um solchen externen Belastungen entgegenzuwirken, müssen Ostasiens Volkswirtschaften ihre Resilienz stärken und die Abhängigkeit von externen Märkten reduzieren – im Zentrum steht dabei die Förderung endogener Wachstums­treiber innerhalb der Region.

Ein entscheidender Schritt dabei ist die beschleunigte wirtschaftliche Integration und der Abbau handelspolitischer Hürden. China, Japan und Südkorea – drei benachbarte Industrienationen, deren gemeinsames Bruttoinlands­produkt rund 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmacht – könnten durch engere Kooperation nicht nur externe Risiken abfedern, sondern auch den Grundstein für eine nachhaltige, langfristige Entwicklung Asiens legen.

Der Aufbau eines widerstandsfähigen ostasiatischen „Mega-Markts“ beruht dabei auf zwei zentralen Strategien: dem Ausschöpfen des regionalen Nachfragespektrums und der Entwicklung markt­orientierter Produkte. Japan, Südkorea und China verfügen jeweils über komplementäre Stärken in der Fertigung:

Japan ist führend in Bereichen High‑End‑Manufacturing, Präzisionsinstrumenten und Automobilen, darunter Automobilteile und hochpräzise Werkzeugmaschinen. Südkorea überzeugt mit Halbleitern, Elektronikprodukten und Schiffbau. Die Volksrepublik hat sich rasant bei New Energy Vehicles, 5G‑Technologie und Haushaltsgeräten entwickelt und erschließt zunehmend Märkte in ganz Asien.

Ein tieferes Verständnis der regionalen Nachfrage ist dabei unerlässlich. Ostasien beheimatet eine große Bevölkerung mit einem differenzierten Einkommensgefüge – insbesondere der mehrschichtige chinesische Binnenmarkt bietet reichlich Raum für Vorteile der einzelnen Länder. Unternehmen sollen daher ihre Markt­forschung intensivieren, Konsumenten­trends laufend beobachten und Produkte entwickeln, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen. Gerade in zukunftsweisenden Bereichen wie Elektromobilität oder künstlicher Intelligenz kann durch gemeinsame Innovations­projekte eine bessere Position auf dem Weltmarkt erlangt und neues Wachstum generiert werden.

Angesichts globaler Protektionismus-Tendenzen ist es für Ostasien höchste Zeit, gemeinsam einen robusten Markt zu formen, der nicht nur gegen externe Schocks gewappnet ist, sondern auch das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren vorantreibt.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Ostasien,Mega-Markt,US-Zölle,Japan,Südkorea,China