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10. Jahrestagung der AIIB

Der Privatsektor könnte der Schlüssel zur globalen Konnektivität sein

german.china.org.cn  |  
26.06.2025

Private Investoren als „Game Changer“: Auf der 10. AIIB-Jahrestagung rückt die Mobilisierung des Privatsektors in den Mittelpunkt der grenzüberschreitenden Infrastrukturfinanzierung.

Die Förderung größerer Investitionen des Privatsektors in grenzüberschreitende Konnektivitätsprojekte ist von zentraler Bedeutung für eine inklusive und nachhaltige globale Entwicklung – gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheiten und globaler Herausforderungen. Das betonten Finanzexperten und Vertreter multilateraler Banken am Mittwoch.

Auf der 10. Jahrestagung des Gouverneursrats der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) erklärte Chinas Finanzminister Lan Fo’an, dass viele Entwicklungsländer angesichts des verlangsamten globalen Wirtschaftswachstums und der rückläufigen internationalen Entwicklungshilfe vor Finanzierungslücken für grenzüberschreitende Konnektivitätsprojekte stünden. Öffentliche Mittel reichten oft nicht aus.

Eine effektive Mobilisierung des Privatsektors könne diese Lücke schließen und die Umsetzung von Konnektivitätsinitiativen entscheidend vorantreiben, betonte Lan.

Er kündigte an, die AIIB wolle die Harmonisierung von Regeln und Standards zwischen den Mitgliedsländern weiter vorantreiben, innovative Finanzierungsmechanismen erforschen, das Spektrum an Finanzinstrumenten – einschließlich lokaler Währungsfinanzierungen – ausbauen und öffentliches Kapital gezielt einsetzen, um Risiken wie geopolitische Unsicherheit und mögliche Staatsbankrotte zu mindern und so privates Kapital zu gewinnen.

Jin Liqun, Präsident und Vorstandsvorsitzender der AIIB, wies darauf hin, dass das aktuelle Bankportfolio zwar noch stark in klassische Verkehrs- und Transportinfrastruktur wie Straßen und Eisenbahnen investiert sei. Die Bank erweitere jedoch zunehmend ihren Fokus auf „weiche“ Infrastruktur, beispielsweise Finanzplattformen, die den grenzüberschreitenden Handel ermöglichen, sowie Übertragungsleitungen, die Energiemärkte verbinden.

„Infrastruktur“ werde heute breiter verstanden, so Jin, im Einklang mit dem Zeitalter der künstlichen Intelligenz. „Unsere Präsenz gibt privaten Investoren das Vertrauen, dass ihre Mittel sorgfältig verwaltet und in hochwertige Vermögenswerte investiert werden.“ Er rief private Partner dazu auf, die Zusammenarbeit mit der AIIB weiter zu vertiefen.

Laut Bankdaten machten grenzüberschreitende Konnektivitätsprojekte im Jahr 2024 rund 33 Prozent des Jahresportfolios aus. Sie verbesserten die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit in der asiatisch-pazifischen Region und darüber hinaus.

Finanzminister Lan Fo’an ergänzte, dass China durch jahrelange Praxis Erfahrungen in der Förderung privater Infrastrukturinvestitionen gesammelt habe. Das im Mai dieses Jahres in Kraft getretene chinesische Gesetz zur Förderung der Privatwirtschaft unterstütze explizit die Beteiligung privater Unternehmen an modernen Infrastrukturvorhaben, auch im Bereich der grenzüberschreitenden Konnektivität. „Aufbauend darauf werden wir das institutionelle Umfeld weiter optimieren, um private Unternehmen umfassend am Bau und Betrieb entsprechender Projekte zu beteiligen.“

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: AIIB,10. Jahrestagung,Private Investoren,Lan Fo’an,Jin Liqun