share
Home> China

Chinas neuer Fünfjahresplan

Innovation und Resilienz als Schlüssel zum Modernisierungsziel

german.china.org.cn  |  
27.06.2025

Mit dem 15. Fünfjahresplan (2026–2030) setzt China erneut auf strategische Langfristigkeit. Das Land will damit Innovationskraft, Prosperität sowie ökologische und ökonomische Resilienz als Fundament für „hochwertiges Wachstum“ verankern.

Angesichts der zunehmenden Volatilität der Weltwirtschaft stützt China seine Strategie auf eines seiner bewährtesten Instrumente der Regierungsführung: die Fünfjahrespläne.

Mit dem derzeit in Entwicklung befindlichen 15. Fünfjahresplan (2026–2030) legen die politischen Entscheidungsträger einen stärkeren Fokus auf Innovation, integratives Wachstum und die Widerstandsfähigkeit des Binnenmarktes als Fundament für Chinas hochwertiges Wachstum.

Dong Yu, stellvertretender Vorsitzender des China Institute for Development Planning an der Tsinghua-Universität, sagte, dass Chinas Fünfjahrespläne dazu beitragen, die Markterwartungen zu stabilisieren und die Kontinuität wichtiger politischer Maßnahmen zu gewährleisten. Im Gegensatz dazu sind in einigen großen Volkswirtschaften häufige Kurswechsel zu beobachten.

China startete seinen ersten Fünfjahresplan (1953–1957) vier Jahre nach der Gründung der Volksrepublik und die Erstellung der Pläne ist seit langem ein Symbol für die strategische Regierungsführung des Landes.

„Was die Fünfjahrespläne so wichtig macht, ist Chinas langjährige Betonung des mittel- und langfristigen Denkens“, sagte der Experte, der auch an der Ausarbeitung der drei vorherigen Fünfjahrespläne beteiligt war. „Die Regierungsphilosophie der Kommunistischen Partei Chinas (KP Chinas) hat stets den Schwerpunkt darauf gelegt, wichtige politische Leitlinien durch eine vorausschauende strategische Vision voranzutreiben und zu innovieren.“

Das Zentralkomitee (ZK) der KP Chinas organisiert derzeit die Ausarbeitung von Vorschlägen für den 15. Fünfjahresplan. Derzeit finden öffentliche Konsultationen – einschließlich Online-Befragungen – statt, bei denen Beiträge von Beamten, Experten und normalen Bürgern gesammelt werden. Die endgültigen Empfehlungen werden von einer Plenarsitzung des ZK der KP Chinas beraten und im nächsten Jahr dem Nationalen Volkskongress, dem höchsten Gesetzgeber Chinas, zur Genehmigung vorgelegt.

Für China ist der Zeitraum von 2026 bis 2030 entscheidend, um das Ziel der grundlegenden Modernisierung bis 2035 zu erreichen. Doch die komplexere globale Lage mit zunehmendem Protektionismus und schwelenden Handelsspannungen sowie die innenpolitischen Herausforderungen, wie die alternde Bevölkerung, stehen dem im Weg.

Während einer Sitzung im Mai betonte der chinesische Staatsrat die Notwendigkeit, die Entwicklungsstrategie des Landes auf die Stärkung der Binnenwirtschaft auszurichten, um dessen inhärente Stabilität und langfristiges Wachstumspotenzial als Puffer gegen die zunehmenden Unsicherheiten des globalen Konjunkturzyklus zu nutzen.

Zhu Keli, Gründungsdirektor des China Institute of New Economy, sagte, das Wachstum neuer, qualitativ hochwertiger Produktivkräfte, die sich durch Hightech, hohe Effizienz und Qualität auszeichnen, werde dazu beitragen, Chinas Position in den globalen Lieferketten zu stärken. In den nächsten fünf Jahren könne das Land so seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit ausbauen. „Durch die Fokussierung auf Durchbrüche in Kerntechnologien und die Stärkung kritischer Lieferketten kann das Land eine Vorreiterrolle in der nächsten Phase der industriellen Entwicklung übernehmen“, sagte er.

Zhu hob auch die Bedeutung einer weiteren Öffnung auf hoher Ebene hervor, die eine stärkere Integration der heimischen und globalen Märkte ermöglichen werde.

Angesichts sinkender Geburtenraten und einer alternden Bevölkerung dürften der Ausbau des Zugangs zu höherer Bildung und die Entlastung bei der Kindererziehung zu politischen Prioritäten werden.

„Wenn ein unterstützenderes Umfeld für die Kindererziehung geschaffen werden kann – eines, das es den Menschen ermöglicht, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen –, würde dies eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung des Bevölkerungsrückgangs und der Sicherung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung auf mittlere bis lange Sicht spielen“, sagte Dong von der Tsinghua-Universität.

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Fünfjahresplan,Innovation,2026–2030