Wie KI und Algen die Große Mauer schützen

Sich durch die Überreste eines Jahrhunderte alten Wachturms windend überprüft ein agiler vierbeiniger Roboter den Zustand der alten Strukturen am Shanhaiguan Pass, einem historischen Abschnitt der Großen Mauer in der Stadt Qinhuangdao in der nordchinesischen Provinz Hebei. Ausgestattet mit intelligenten Sensoren und hochauflösenden Kameras kann die Patrouille Probleme, wie Risse und fehlende Ziegelsteine, präzise identifizieren und den zuständigen Behörden in Echtzeit melden.

Liu Liang, Leiter eines Forschungsteams, das dem Büro für Geologie und Mineralressourcenforschung der Provinz Hebei untersteht, erklärt: „Der Roboter kann menschliche Inspektoren ersetzen, um gefährliche und anstrengende Inspektionen durchzuführen, was sowohl die Effizienz als auch die Qualität des Schutzes der Großen Mauer verbessern kann.“
Der Einsatz des scharfäugigen Roboters ist ein Beispiel für die anhaltenden Bemühungen Chinas, den Schutz der Großen Mauer durch den Einsatz modernster Technologien zu verstärken.
Zum Zweck der militärischen Verteidigung besteht die Große Mauer aus vielen miteinander verbundenen Mauern, einige davon über 2.000 Jahre alt. Die bestehenden Abschnitte erstrecken sich über eine Gesamtlänge von mehr als 21.000 Kilometern über die raue Landschaft Nordchinas.
Von den Regionen mit Abschnitten der Großen Mauer besitzt Hebei die am besten erhaltenen Mauerteile. In den vergangenen Jahren wurden Wege gesucht, wie Technologien helfen können, die Herausforderungen zu bewältigen, vor denen das UNESCO-Weltkulturerbe steht.
Die Überwachung ist der erste Schritt beim Schutz der Großen Mauer. Der 38-Jährige Zhang Peng gehört zu den Pionieren, die 2017 begannen, regelmäßige Patrouillen über die Große Mauer mit Drohnen zu führen.
„Drohnen können helfen, Mauerteile zu überwachen, die menschlichen Inspektoren schwer zugänglich sind“, sagt Zhang. Die von den Drohnen gesammelten Informationen würden in eine Datenbank eingefügt, um zukünftige Schutzstrategien zu entwickeln.
Da Werkzeuge, wie Drohnen und Roboter, die „körperliche Untersuchung“ der Großen Mauer ermöglichen, führen Fachleute innovative „Behandlungen“ zum Schutz des Kulturerbes ein.
Regenerosion ist eine anhaltende Bedrohung für die Stabilität der Erdmauern. Nach jahrelangen Studien fanden Experten jedoch heraus, dass bestimmte Wandflecken an ihrem Forschungsstandort bemerkenswert widerstandsfähig gegen Wasserschäden wurden.
Die Entdeckung weckte das Interesse der Wissenschaftler und sie führten weitere Analysen durch. Das Ergebnis war spannend: filamentöse Cyanobakterien, eine Art von Algen, die auf der Erdoberfläche wächst, erwiesen sich als ein wahrer Wächter gegen Regenerosion. Die Algen sind in der Lage, eine biologische Bodenkruste auf der Erdoberfläche zu bilden, die als natürlicher „Schutzanzug“ für die Große Mauer wirkt.
Nun haben Wissenschaftler den Organismus kultiviert und diese effektive und umweltfreundliche Methode auf die Oberfläche der Mauer angewendet.













