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Betonung auf Zusammenarbeit

Warum das Treffen der SOZ in China so wichtig für die ganze Welt ist Exklusiv

german.china.org.cn  |  
01.09.2025

von Oliver Eschke

Zum 25. Mal und in einem solch großen Umfang wie noch nie trafen sich am 31. August und 1. September die Staats- und Regierungschefs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin. Das Treffen hatte sich zum Ziel gesetzt, zur dringend benötigten Optimierung des Systems der Global Governance beizutragen. Kurzum: Das ist geglückt!

2001 schlossen sich in der namensgebenden ostchinesischen Metropole China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan zur „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“ (SOZ oder auf Englisch SCO) zusammen, vor allem um Antworten auf die zu jener Zeit aufkommenden Bedrohungen durch den weltweiten Terrorismus zu finden. Hauptsitz der Organisation wurde jedoch nicht in der Wirtschaftsmetropole, sondern in Beijing eingerichtet. Im Laufe der Jahre wuchs die Organisation kontinuierlich (zehn Mitglieder plus weitere „Beobachterstaaten“) und auch deren Zielsetzungen haben sich von Terrorismusabwehr deutlich vervielfältigt. Die Mitglieder streben mittlerweile auch danach, das System der Global Governance zu erneuern und zeitgemäß auszurichten sowie Lösungen für wirtschaftliche Herausforderungen zu finden. Das heißt nicht zuletzt, weg vom einseitigen US-geprägten System hin zu einem wirklich multilateralen Ordnungssystem, in dem jedes Land das ihm zustehende Mitspracherecht erhält.

Tianjin im Fokus der Welt

Auch wenn das unweit von Beijing gelegene Tianjin 13 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen zählt, ist die ostchinesische Metropole vielen Menschen außerhalb Chinas nicht unbedingt ein Begriff. Das hat sich am zurückliegenden Wochenende geändert, denn nun war die Welt zu Gast in der riesigen Küstenstadt. Vom indischen und dem pakistanischen Premier über den iranischen Präsidenten bis zu Wladimir Putin– alle wurden von Chinas Staatspräsident Xi Jinping begrüßt. Die Volksrepublik hat aktuell auch die rotierende SOZ-Präsidentschaft inne. Gleich zu Beginn machte er klar, warum dieses Treffen in den aktuellen Zeiten so wichtig ist: „Die Welt erlebt Veränderungen, wie seit einem Jahrhundert nicht mehr, mit deutlich zunehmender Instabilität und Unsicherheit.“ Die SOZ trage daher eine noch größere Verantwortung für die Wahrung des Friedens und der Stabilität in der Region. 


Auf diesem Foto sind Lichtmasten mit Bannern zu sehen, die den diesjährigen Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Tianjin kennzeichnen. (22. August 2025, Xinhua)

Äußerungen anderer Staatschefs im Vorfeld machen deutlich, dass die SOZ-Mitglieder ein ähnliches Verständnis von einem funktionierenden neuen Ordnungssystem haben. So hatte Indiens Narendra Modi auf X geschrieben, dass Indien die Beziehungen zu China „auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen, Würde und Einfühlsamkeit“ vorantreiben wolle. 

Dieser Ansatz steht im krassen Gegensatz zu der Praxis, die in den letzten Monaten noch einmal überdeutlich geworden ist. Die USA unter der zweiten Administration von Donald Trump überziehen die ganze Welt wahllos mit Sanktionen oder Strafzöllen, um ihre einseitigen Interessen durchzusetzen. Rücksicht auf die Interessen und Bedürfnisse anderer Länder? Fehlanzeige. Konsequenzen in Form von Strafen durch Institutionen wie die Welthandelsorganisation (WHO)? Ebenfalls nicht zu erwarten. Das Global Governance System ist insofern zweifellos zu reformieren und zu verbessern, um den globalen Herausforderungen entgegenzuwirken.

Es ist Zeit, dass andere Schwergewichte wie China, Indien, der Iran oder Pakistan endlich mehr Mitspracherecht erhalten und mit ihnen auch die Stimme des Globalen Südens gehört wird. Mit seinem unermüdlichen Einsatz für Formate, in denen diese Anliegen vorangetrieben werden – von RCEP bis BRICS – zeigt China unaufhörlich, wie es seine internationale Verantwortung wahrnimmt. 

Von Shanghai bis Tianjin

„Chinas Rolle bei der Aufrechterhaltung des Multilateralismus ist von grundlegender Bedeutung“, hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Rande eines Sicherheitsforums in Tianjin am vergangenen Samstag gegenüber Xi Jinping erklärt. Dali Yang, Politikwissenschaftler und Sinologe von der University of Chicago, bezeichnet die SOZ gar als „eine der bedeutendsten regionalen Organisationen, die China mitbegründet hat.“

Es bleibt deshalb zu hoffen, dass neben dem „Shanghaier Geist“ nun auch die Tianjin-Deklaration Gehör in der globalen Gemeinschaft finden wird. In ihr sind wichtige Lehren enthalten, die diese Welt nicht nur gerechter und harmonischer machen, sondern auch die Lebensgrundlagen aller Menschen auf dieser Welt verbessern können. Denn eines sollte klar sein: Wir müssen endlich weg von „America First“ und hin zu „Humanity First“.

*Die Meinung des Artikels spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Zusammenarbeit