China-Engagement
Ausländisches Kapital fließt zurück in chinesische Aktien
Nach aktuellen Berichten internationaler Finanzinstitute wenden internationale Investoren chinesischen Aktien wieder verstärkte Aufmerksamkeit zu. Grund dafür sind die anhaltende Erholung des chinesischen Aktienmarktes, die politische Unterstützung zur Stärkung des Wirtschaftswachstums, Chinas globale Führungsposition in Schlüsseltechnologien wie humanoiden Robotern sowie das Streben nach Diversifizierung in einem volatilen internationalen Umfeld.
„Über 90 Prozent der Investoren, mit denen wir in den USA Gespräche führten, äußerten explizit die Bereitschaft, ihr China-Engagement zu erhöhen – der höchste Stand seit dem Höchststand des chinesischen Aktienmarkts Anfang 2021“, erklärte Laura Wang, Aktienstrategin von Morgan Stanley, am Donnerstag.
Laut dem Bericht habe sich das Interesse US-amerikanischer Investoren von American Depositary Receipts – einem Mechanismus, über den chinesische Unternehmen am US-Markt handeln können – auf den Aktienmarkt in der Sonderverwaltungszone Hongkong und den onshore A-Aktien-Markt verlagert.
„Die Rückverlagerung US-amerikanischer Investoren nach China hat gerade erst begonnen“, betonte Wang. Zu den Hauptgründen zählen ihr zufolge Chinas globale Technologieführerschaft in Bereichen wie humanoiden Robotern und Biotechnologie, wirtschaftsstabilisierende Maßnahmen, eine verbesserte Liquiditätslage auf dem chinesischen Markt sowie die Nachfrage nach Investitionsdiversifizierung.
Ein neuer Bericht von Goldman Sachs belegte zudem, dass die Netto-Käufe chinesischer Aktien durch globale Hedgefonds im August den höchsten Stand seit September 2024 erreicht hätten, während die Bruttopositionen in China einen Zwei-Jahres-Höchststand verzeichneten.
„Dank der Widerstandsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft hat die bemerkenswerte Performance der Kapitalmärkte einen anhaltenden Zustrom internationalen Kapitals angezogen und bietet internationalen Investoren beachtliche Anlagechancen“, so Xi Junyang, Professor an der Shanghai University of Finance and Economics, am Donnerstag.
Eine Umfrage der HSBC Global Investment Research unter fast 300 aktiven globalen Emerging-Markets-Fonds (GEM) ergab, dass China derzeit fast 28 Prozent der Fondsportfolios ausmacht, gegenüber 22,5 Prozent im August 2024.
Chinesische Aktien schlossen am Donnerstag im Plus: Der Shanghai Composite Index stieg um 1,65 Prozent auf 3.875,31 Punkte, der Shenzhen Component Index legte um 3,36 Prozent auf 12.979,89 Punkte zu. Die Handelsumsätze beider Indizes stiegen auf 2,44 Billionen Yuan (342,48 Milliarden US-Dollar) von 1,98 Billionen Yuan am vorherigen Handelstag.
Die Schroders Fund Management (China) Co. bekräftigte ihre positive Einschätzung des chinesischen A-Aktienmarktes. In einem aktuellen Bericht verwies das Unternehmen auf stabile und sich erholende Wachstumsimpulse in den wichtigsten Wirtschaftsdaten sowie weiterhin akzeptable Aktienbewertungen.
Da Unternehmensersparnisse weiter reduziert werden und Bankeinlagen privater Haushalte in großem Umfang in die Finanzmärkte fließen, bestehe erhebliches Potenzial für zusätzliche Investitionen in chinesische Aktienmärkte. Besondere Chancen lägen in global wettbewerbsfähigen Sektoren wie Technologie, Fahrzeugbau und Hochtechnologie-Produktion.













