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Chinesischer Außenminister

China und Europa sollten gemeinsam willkürliche Zölle ablehnen

german.china.org.cn  |  
17.09.2025

Der chinesische Außenminister Wang Yi traf sich am Montag in Warschau mit dem polnischen stellvertretenden Ministerpräsidenten und Außenminister Radosław Sikorski. Bei dem Gespräch betonte Wang, China und Europa sollten zusammenstehen und sich gegen willkürliche Zölle wehren, die gegen internationale Handelsregeln verstoßen und die legitimen Interessen aller Länder schädigen würden. Ein solches einseitiges Vorgehen biete keinen Ausweg, und wer dabei als Komplize handle, schade letztlich seinen eigenen Interessen.

Wang würdigte die historischen Beziehungen beider Länder und betonte, dass China und Polen Nationen der Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit seien, die durch harte Arbeit Entwicklungspfade gemäß ihren nationalen Gegebenheiten geschmiedet hätten. Polen gehörte zu den ersten Ländern, die diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnahmen und Kooperationsdokumente zur Neuen Seidenstraßeninitiative unterzeichneten.

„China legt großen Wert auf die Rolle Polens in Europa und betrachtet die chinesisch-polnischen Beziehungen stets als wichtigen Teil der China-Europa-Beziehungen“, so Wang. Die auf gegenseitigem Respekt, Gleichheit und Win-Win-Zusammenarbeit basierende Freundschaft sei in der heutigen turbulenten internationalen Lage „besonders wertvoll“.

Anlässlich des bevorstehenden 10. Jahrestags der umfassenden strategischen Partnerschaft im nächsten Jahr rief Wang beide Seiten dazu auf, die Freundschaft zu pflegen, gegenseitigen Respekt zu wahren und die Kerninteressen des anderen zu achten, um stabile bilaterale Beziehungen zu gewährleisten.

Polen ist der letzte Stop von Wangs Europareise vom 12. bis 16. September. Wang betonte, je komplexer die internationale Lage werde, desto mehr sollten China, Polen und Europa an den Grundsätzen der diplomatischen Beziehungsaufnahme festhalten, Solidarität zeigen sowie internationale Fairness und Gerechtigkeit wahren.

Sikorski bekräftigte seinerseits, ein Zollkrieg ignoriere die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), untergrabe die Stabilität von Lieferketten und schade den Interessen aller Länder. Polen lege großen Wert auf die Beziehungen zu China und halte an der Ein-China-Politik fest. Man sei bereit, die Kooperation in Wirtschaft, Handel und zivilgesellschaftlichem Austausch – insbesondere bei Projekten zu Neuen Energiefahrzeugen – auszubauen.

Er begrüßte zudem Chinas Global-Governance-Initiative und signalisierte Bereitschaft zur verstärkten Koordination bei der Reform globaler Governance-Strukturen.

Experten werten Wangs Besuch als wichtigen Schritt zur Vertiefung der pragmatischen Zusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa, der Vertrauen bildet und den Spielraum für die China-EU-Beziehungen erweitert.

Jiang Feng von der Shanghai International Studies University betonte, die Zusammenarbeit mit Polen als bedeutender osteuropäischer Macht sei entscheidend für die Ausrichtung der China-Europa-Beziehungen.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Europa,Zölle