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Neues Jahr, neue Chancen

Warum Xi Jinpings Neujahresansprache der Welt Mut machen sollte Exklusiv

german.china.org.cn  |  
04.01.2026

Von Oliver Eschke

Das Jahr 2025 war weltweit gesehen wieder einmal von vielen Krisen geprägt, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. In seiner traditionellen Neujahrsansprache gelang es dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping dennoch, mit großem Optimismus in das neue Jahr zu schauen. Wenn man seinen Worten genau lauscht, versteht man: Bei allen Problemen gilt weiterhin, dass Großes gelingen kann, wenn die Länder auf der Welt zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen.

In seiner nun 13. Neujahresrede hat Präsident Xi Jinping für 2026 eine klare und zukunftsorientierte Vision für China und dessen Rolle in der Welt skizziert. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen Stabilität, Fortschritt, Zusammenarbeit und gemeinsame Entwicklung, sowohl im Inland als auch auf der globalen Bühne.

2020 – 2025: Große Erfolge durch harte Arbeit

Zunächst zog er eine Bilanz des gerade absolvierten 14. Fünfjahresplans und verschwieg dabei nicht, dass die riesigen Erfolge und Errungenschaften einen großen Kraftakt erfordert hatten, doch das chinesische Volk habe „voller Elan und Mut vorangearbeitet, zahlreiche Herausforderungen gemeistert“ und sei „unerschrocken vorangeschritten“. In der Folge seien sowohl wirtschaftlich, gesellschaftlich als auch technologisch neue Meilensteine erzielt worden, die Chinas Weg zu einer großen Nation weiter geebnet und „das Erfolgs-, Glücks- und Sicherheitsgefühl“ der Bevölkerung im Lande gesteigert hätten. Zur Veranschaulichung der Erfolgsstory der vergangenen Fünfjahresperiode nannte der Staatspräsident einige Beispiele, die sich allesamt unter dem von ihm geprägten Begriff der hochwertigen Entwicklung subsumieren lassen: die „Tianwen-2“-Mission, der Beginn des Baus des Wasserkraftwerks Yaxia, die Inbetriebnahme des ersten Flugzeugträgers mit elektromagnetischen Katapulten oder die Fortschritte bei humanoiden Robotern. Auch die kulturelle Anziehungskraft Chinas - Stichwort „China-Chic“ – ließ er nicht außen vor und ging explizit auf weltweite Erfolge bei Videospielen oder Kino-Blockbustern ein. Hinzu kommt natürlich der weltweite Hype um die süßen „Labubus“.

Kurzum: Chinas Situation hat sich trotz weiter bleibender Herausforderungen in den vergangenen fünf Jahren in nahezu allen Bereichen deutlich verbessert. Dafür, so Xi, zolle er jedem, der sich fleißig dafür eingesetzt hat, seinen Respekt.

In wenigen Wochen wird in China das Jahr des Pferdes beginnen, jenes Tierkreiszeichen, das traditionell für Tatendrang und Drang nach Fortschritt steht. In diesem Sinne ist aus seinen Worten klar zu verstehen, dass China auch im kommenden Jahr keine Anstrengungen scheuen wird, um als Nation gemeinsam stärker zu werden.

Gut für China, aber was heißt das für den Rest der Welt?

Dieser Wille nach Fortschritt beschränkt sich aber keineswegs nur auf China. Neben den bereits existierenden Globalen Initiativen hat Xi jüngst auch noch eine Global Governance Initiative (GGI) vorgeschlagen, mit dem klar formulierten Ziel, ein gerechteres System der Global Governance zu entwickeln. Chinas Außenminister Wang Yi hatte sich am letzten Dienstag des Jahres bereits zu den außenpolitischen Prioritäten für das kommende Jahr geäußert und dabei explizit eine bessere Beziehung zu den Vereinigten Staaten, die Wahrung der Interessen des Globalen Südens, die Förderung des Freihandels und die Bekämpfung sezessionistischer Aktivitäten erwähnt. 2026 wird China eine große Rolle in der Weltpolitik zukommen, allein schon deshalb, weil das Land wichtige Gipfel wie das APEC-Forum oder den zweiten Gipfel zwischen China und den arabischen Staaten ausrichten wird und sich zudem zum 70. Mal die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und den afrikanischen Ländern jährt. Dies gibt Beijing die Gelegenheit, für das Konzept der Schicksalsgemeinschaft der Menschheit zu werben und mit anderen Ländern gemeinsam auf eine friedvolle, prosperierende und harmonische Welt hinzuarbeiten. „China wird die Welt weiterhin offenherzig umarmen“, formulierte es Xi in seiner Ansprache kurz und prägnant.

Krisen, Unsicherheiten und Blockbildungen spalten die Welt von heute in unterschiedliche Lager. Aus den ermutigenden Worten von Xi Jinping spricht dagegen eine Vision einer anderen, einer besseren Welt. Es ist gut, dass China in den letzten Jahren auf der Weltbühne mehr Gehör findet und seiner Verantwortung als großer Nation immer deutlicher gerecht wird. Die letzten Jahre haben noch einmal verdeutlicht, dass China einerseits im Inland jedes Jahr aufs Neue nach dem menschenzentrierten Ansatz schonungslos Probleme wie Armut oder Korruption angeht und löst, gezielt Zukunftssektoren unterstützt und entwickelt und sein Wirtschaftsmodell kontinuierlich anpasst, um den Anforderungen der Zeit zu entsprechen, wie jetzt mit der grünen Transformation. Parallel dazu setzt sich China in seiner Außenpolitik getreu dem Konzept der Schicksalsgemeinschaft der Menschheit dafür ein, allen Ländern der Welt Gehör zu verschaffen, Dialog zu ermöglichen und Streitigkeiten zu beenden.

Die Staatenlenker aus den USA und Europa sollten diese Botschaft wahrnehmen und nicht weiter Differenzen und Probleme in den Vordergrund ihrer Diplomatie stellen. Die Besuche von Vizeminister Lars Klingbeil und Außenminister Johann Wadephul waren ermutigende Zeichen zum Ende des vergangenen Jahres, der erwartete Kanzlerbesuch kann weiteres Vertrauen schaffen. Friedrich Merz muss dafür trotz des Tierkreiszeichens auch nicht aufs Pferd umsteigen, sondern kann ruhig wie gewohnt beim Flieger bleiben, wichtig allein ist, dass Europa, vor allem Deutschland, und die USA 2026 wieder intensiv mit China zusammenarbeiten. Nur so lassen sich die dringendsten Probleme dieses Planeten lösen!

Der Autor ist langjähriger Ostasienexperte, war lange Jahre für internationale und chinesische Organisationen tätig und arbeitet nun als freier Journalist in China.

Die Meinung des Autors spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Neujahresansprache,Xi Jinping,Mut