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„Will for Peace 2026“

BRICS-Plus-Staaten erproben neues Modell der Sicherheitskooperation

german.china.org.cn  |  
06.01.2026

Das erste gemeinsame Marinemanöver vor der Küste Südafrikas konzentriert sich auf den Schutz von Handelswegen und markiert einen Wendepunkt in der militärischen Zusammenarbeit des Globalen Südens.

An diesem Freitag werden die Augen der internationalen Gemeinschaft auf die Gewässer vor Südafrika gerichtet sein. Unter der Führung Chinas beginnt dort die Marineübung „Will for Peace 2026“, an der erstmals Streitkräfte mehrerer BRICS-Plus-Staaten teilnehmen. Während dieses Manöver von westlichen Beobachtern teilweise als Abkehr von der traditionellen Blockfreiheit gedeutet wird, verstehen die beteiligten Akteure es als notwendigen Schritt zur Sicherung globaler Handelswege und als Entwurf für eine neue, inklusive Sicherheitsarchitektur, die sich deutlich von herkömmlichen Militärbündnissen abhebt.

Nach Angaben der südafrikanischen Nationalen Verteidigungsstreitmacht steht das Manöver unter dem Leitthema „Gemeinsame Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt und der maritimen Wirtschaftstätigkeiten“. Im Zentrum stehen dabei intensive Programme zur Interoperabilität sowie Übungsserien zum Schutz der Meere. Neben den Schwergewichten China und Russland werden Medienberichten zufolge voraussichtlich auch der Iran, Indonesien und Äthiopien an der Übung teilnehmen. Dies unterstreicht den integrativen Charakter dieses neuen Kooperationsformats.

Song Zhongping, ein chinesischer Militärexperte, erklärte am Montag gegenüber der „Global Times“, dass die BRICS-Staaten in erster Linie eine Plattform für wirtschaftliche Zusammenarbeit seien und kein Militärbündnis. Bei dieser gemeinsamen Übung stehe die Zusammenarbeit in nicht-traditionellen Sicherheitsbereichen im Mittelpunkt. Das Ziel sei es, die Sicherheit maritimer Wirtschaftsaktivitäten zu gewährleisten und die wirtschaftlichen Beziehungen vor externen Bedrohungen wie Piraterie und Terrorismus zu schützen. Als wichtigster Handelspartner der anderen BRICS-Staaten spiele China eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen um die Sicherheit der relevanten Seehandelsrouten und -linien, fuhr er fort.

Die Übung soll ein „öffentliches Gut“ im Bereich der Sicherheit bereitstellen, von dem die gesamte internationale Gemeinschaft profitiert. In Fachkreisen wird betont, dass sich dieses Format bewusst von den oft als konfrontativ wahrgenommenen Übungen westlicher Staaten unterscheidet. Diese trainieren häufig Szenarien wie Insel-Landungen oder Ausschaltung der gegnerischen Führungs- und Kontrollsysteme. Das BRICS-Plus-Modell basiert hingegen auf Chinas Vision einer umfassenden und nachhaltigen Sicherheit, in der alle Länder – unabhängig von ihrer Größe – gleichberechtigt agieren. Das Ziel besteht nicht darin, einen hypothetischen Gegner zu bekämpfen, sondern kollektive Lösungen für reale Bedrohungen des Seehandels zu finden.

Langfristig könnte „Will for Peace 2026“ dazu beitragen, das Monopol traditioneller Militärbündnisse in puncto Sicherheitszusammenarbeit aufzubrechen. Durch das Sammeln praktischer Erfahrungen für ein neues internationales Sicherheitssystem, das speziell auf die Bedürfnisse des Globalen Südens zugeschnitten ist, soll das gegenseitige Vertrauen gestärkt und der Aufbau einer „maritimen Zukunftsgemeinschaft“ vorangetrieben werden.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: BRICS-Plus-Staaten,Sicherheitskooperation