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Tourismus

Vom visumfreien Zugang zum intelligenten Reisen

german.china.org.cn  |  
07.01.2026

Chinas Entscheidung, Besuchern aus Südkorea die visumfreie Einreise zu gewähren, hat ein neues Kapitel im Austausch zwischen den Menschen beider Länder eröffnet und die Reisenachfrage nach China beflügelt.

Die Visumbefreiung ist ein wirksames Instrument zur Belebung des Tourismus. Sie reduziert psychologische, finanzielle, digitale und administrative Hürden und macht Reisen somit einfacher und auch spontan möglich. Kurzfristig steigert dies die touristischen Ausgaben. Langfristig kann sie engere Geschäftsbeziehungen, kulturelle Vertrautheit und sogar Handels- und Industriekooperationen fördern.

Dennoch sind visumfreie Regelungen nie ein einfacher politischer Hebel, sondern stets mit wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Überlegungen verbunden. Ihre tiefere Bedeutung liegt darin, dass sie das Vertrauensniveau zwischen zwei Ländern widerspiegeln.

Vor diesem Hintergrund war die Visumbefreiung für südkoreanische Besucher seit ihrer Einführung im November 2024 ein bemerkenswerter Erfolg. Nach Angaben der Grenzkontrollbehörden in Shenzhen überschritt die Passagierzahl am Flughafen Shenzhen im November 2025 erstmals seit fünf Jahren wieder die 6-Millionen-Marke. Besonders bemerkenswert: Visumfreie Reisende machten 2025 fast 60 Prozent aller ausländischen Besucher aus, ein deutlicher Anstieg gegenüber etwa 26 Prozent im Vorjahr.

Dank der geografischen Nähe, guter Flugverbindungen und vielfältiger Erlebnismöglichkeiten eignet sich China besonders gut für Kurzreisen aus Südkorea. Solche Trips erfordern minimales Planen und verursachen geringere finanzielle und psychologische Kosten, sodass Reisende spontane Kurzurlaube in der Nähe genießen können.

Branchenbeobachter betonen, dass südkoreanische Touristen China sowohl als „nahes, niedrigschwelliges Auslandsziel“ als auch als Ziel für schnelle Wochenendtrips sehen. Während die Visumbefreiung spontanes Reisen ermöglicht, zeigen die extrem kurzen Aufenthalte zugleich Verbesserungspotenzial auf.

Die nächste Herausforderung besteht darin, aus „Erstbesuchen“ „zufriedene Wiederholungsbesuche“ zu machen. Statt auf hohe Wachstumszahlen sollte der Fokus nun darauf liegen, nicht nur den Zugang zu erleichtern, sondern das Besuchererlebnis zu verbessern.

Für Reisende aus Südkorea bestanden die größten Hindernisse bisher in Sprachbarrieren, unterschiedlichen Zahlungssystemen und dem Image der Reiseziele. Diese Probleme werden nun im Rahmen von „Smart Tourism 2.0“ angegangen. Diese neue Phase nutzt datengestützte, KI-gestützte Ansätze, um Dienstleistungen zu personalisieren, Kosten für Tourismusunternehmen zu senken, die Ressourcenallokation zu optimieren und Reisende in Echtzeit und situationsbezogen zu unterstützen.

Die Ergebnisse dieser Maßnahmen sind bereits sichtbar: Automatische Übersetzungsdienste wie DeepSeek haben Ängste vor Sprachbarrieren verringert. Zahlungsschwierigkeiten nehmen ab, da Südkoreas Kakao Pay nahtlos mit Chinas Alipay und WeChat Pay verbunden ist und Reisende QR-Code-Zahlungen ohne Währungsumtausch ermöglicht. Soziale Medien verstärken diesen Effekt: Da positive Reiseerfahrungen online geteilt werden, verändert sich das Chinabild gerade unter jüngeren Südkoreanern.

Besonders vielversprechend ist der generationenspezifische Charakter dieser Veränderung. Junge Südkoreaner „besuchen“ chinesische Städte heute auf Red-Note und Douyin, bevor sie einen Flug buchen; chinesische Millennials entdecken Seouls Cafés und Vintage-Läden durch koreanische Reisevlogs. Diese digital geprägte Generation reist nicht als passive Besucher, sondern als kulturelle Teilnehmer. Ihre gemeinsame Sprache besteht aus Neugier, Ästhetik und Lebensstil – eine ideale Grundlage für ein tieferes gegenseitiges Verständnis.

Die Visumbefreiung ist nur ein Anfang. Ihr wahrer Erfolg wird nicht allein an der Besucherzahl gemessen, sondern am Erlebnis der Gäste vor Ort – und daran, ob sie wiederkommen.


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: visumfrei,Einreise,Südkorea,China,Tourismus