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Besuch vierer afrikanischen Länder

Chinas Außenminister setzt 36-jährige Diplomatie-Tradition fort

german.china.org.cn  |  
08.01.2026

Zum Jahresauftakt besucht Chinas Chefdiplomat Wang Yi vier afrikanische Länder und unterstreicht damit die wachsende wirtschaftliche und politische Verflechtung zwischen Beijing und dem afrikanischen Kontinent.

Zu Beginn des neuen Jahres wird eine der beständigsten Traditionen der chinesischen Diplomatie fortgesetzt. Zum 36. Mal in Folge ist Afrika das Ziel der ersten offiziellen Auslandsreise des chinesischen Außenministers. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, folgt Wang Yi, der auch Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas ist, vom Mittwoch bis zum kommenden Montag der Einladung nach Äthiopien, Somalia, Tansania und Lesotho. Diese Reise ist jedoch nicht nur eine protokollarische Geste. Sie symbolisiert vielmehr Chinas langfristiges Engagement und die tief verwurzelte Partnerschaft mit dem Kontinent in einer sich wandelnden Weltordnung.

Das vergangene Jahr markierte einen bedeutenden Meilenstein in diesen Beziehungen. So feierte das Forum für China-Afrika-Zusammenarbeit (FOCAC) sein 25-jähriges Bestehen. Nach dem wegweisenden FOCAC-Gipfel in Beijing im Jahr 2024 konnten bereits konkrete Erfolge der vereinbarten Kooperationen verzeichnet werden. Trotz einer zunehmend volatilen globalen Lage erwies sich die bilaterale Zusammenarbeit als widerstandsfähig, und es wurden insbesondere auf dem Gebiet des Handels pragmatische Durchbrüche erzielt.

Die wirtschaftlichen Statistiken unterstreichen diesen Trend: Von Januar bis November 2025 erreichte das Handelsvolumen zwischen China und Afrika 314,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 17,8 Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum und übertrifft bereits das Gesamtvolumen des Jahres 2024.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die Entscheidung Beijings, die Zölle für Importe aus 53 afrikanischen Ländern, mit denen diplomatische Beziehungen bestehen, vollständig abzuschaffen. Dadurch wurde afrikanischen Produkten in beispiellosem Tempo der Zugang zum riesigen chinesischen Markt ermöglicht.

Auch im Bereich der Investitionen wurden signifikante Fortschritte erzielt. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 investierte China über 13,3 Milliarden Yuan (ca. 1,85 Milliarden US-Dollar) in Afrika. Der Fokus lag dabei auf einer hochwertigen Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, grüne Industrien und Technologie. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Revitalisierung der TAZARA-Eisenbahn, die sich zu einem umfassenden „Wohlstandsgürtel“ weiterentwickelt. Durch die Nutzung dieser Synergien schaffen China und Afrika ein neues Paradigma für die Süd-Süd-Kooperation.

Über die wirtschaftliche Ebene hinaus agieren beide Seiten zunehmend als geschlossene Kraft des Globalen Südens, die sich für eine gerechtere und ausgewogenere Weltordnung einsetzt. Ein Höhepunkt des Jahres 2025 war in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung der „Changsha-Deklaration zur Wahrung der Solidarität und Zusammenarbeit des Globalen Südens“ . Das Dokument positioniert sich klar gegen Unilateralismus und Protektionismus und fordert eine internationale Ordnung, die auf dem Völkerrecht und dem multilateralen Handelssystem der Welthandelsorganisation (WTO) basiert.

Die Notwendigkeit einer engeren Abstimmung im Globalen Süden wurde jüngst durch internationale Spannungen verdeutlicht. So verurteilten die Afrikanische Union sowie zahlreiche afrikanische Staaten das Vorgehen der USA gegenüber Venezuela als Missachtung des Völkerrechts und der staatlichen Souveränität. In diesem spannungsgeladenen Umfeld kommt der Partnerschaft zwischen China und Afrika die Mission zu, als Hochburg für die Wahrung der UN-Charta und gegen externe Einmischung zu fungieren.

Ein besonderer Schwerpunkt der aktuellen Reise von Wang Yi liegt zudem auf dem kulturellen Austausch. In der Zentrale der Afrikanischen Union wird er die feierliche Eröffnung des „China-Afrika-Jahres des zwischenmenschlichen Austauschs“ begleiten. Mit dieser Initiative sollen das gegenseitige Verständnis und die Identität vertieft werden, um die politische und wirtschaftliche Solidarität durch eine emotionale Verbundenheit der Menschen zu stärken.

Die seit 36 Jahren bestehende Tradition der Neujahrsbesuche vermittelt in Zeiten globaler Unsicherheit ein wichtiges Signal der Verlässlichkeit. Es bleibt zu hoffen, dass diese Reise zu Beginn des Jahres 2026 den Takt für eine verstärkte Solidarität und Zusammenarbeit innerhalb des Globalen Südens vorgibt.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Außenminister,Diplomatie-Tradition,Länder