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Ausbau im Orbit

China plant Mega-Konstellationen mit 200.000 Satelliten

german.china.org.cn  |  
13.01.2026

China reicht Rekordanträge für den massiven Ausbau seiner Satellitenflotte im All bei der ITU ein. Ein Schritt, mit dem der große Abstand zum Starlink-Programm von SpaceX ausgeglichen werden soll.

Die Volksrepublik bereitet einen beispiellosen Ausbau ihrer Satellitenflotte im Erdorbit vor. Wie aus aktuellen Unterlagen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) hervorgeht, hat das Land Pläne zur Stationierung von mehr als 200.000 Satelliten auf einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) eingereicht. Dieser Rekordvorstoß umfasst rund 14 geplante Satellitenkonstellationen und verdeutlicht den verschärften globalen Wettbewerb um die knapper werdenden Ressourcen im All, vor allem um begehrte Parkplätze im Weltall und verfügbare Funkfrequenzen.

Besonders das schiere Ausmaß der Anträge sorgt für Aufsehen. Allein zwei der Einreichungen sehen jeweils die Autorisierung von 96.714 Satelliten vor. Hinter diesen ambitionierten Vorhaben stehen neben nationalen Forschungsinstituten für Funkspektrum-Innovation auch staatliche Schwergewichte wie die China Satellite Network Group sowie die führenden Telekommunikationskonzerne China Mobile und China Telecom.

Für Ding Botao ist dieser Schritt ein klares Signal für Chinas Entschlossenheit, trotz des intensiven internationalen Wettbewerbs eine großflächige und koordinierte Infrastruktur in der erdnahen Umlaufbahn aufzubauen. Langfristig bilde dieses Satelliten-Internet das technologische Rückgrat für Chinas 6G-Ambitionen, da es eine lückenlose Vernetzung von Weltraum, Luftraum und Bodenstationen ermögliche, so der Experte.

Trotz dieser ehrgeizigen Pläne ist der Weg zur technologischen Parität mit den USA noch weit. Im Mai 2025 befanden sich weltweit etwa 10.824 LEO-Satelliten im aktiven Betrieb. Dabei hielt das Starlink-Programm von SpaceX mit einem Anteil von 75,94 Prozent aller aktiven Satelliten eine marktbeherrschende Stellung, während China zum selben Zeitpunkt lediglich auf einen Anteil von 9,43 Prozent kam. Zudem bedeuten die Anträge bei der ITU noch keine endgültige Startfreigabe. Gemäß den internationalen Richtlinien müssen die Netzwerke zunächst komplexe technische Prüfverfahren bestehen und durch reale Raketenstarts festgelegte Meilensteine erreichen, bevor die Frequenzrechte und Orbitalpositionen rechtlich verbindlich gesichert sind.

Branchenanalysten blicken dennoch optimistisch in die Zukunft. Laut Liu Zhongyu, Chefanalyst für Maschinenbau und Verteidigung bei China International Capital Corp., steht die chinesische Satellitenindustrie unmittelbar vor einer Phase des rasanten Wachstums. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Satellitenstarts im Jahr 2026 mehr als verdoppeln wird“, sagte er. Zudem würden Hersteller und Startdienstleister höhere kommerzielle Erträge erzielen.

China hinkt bei der Entwicklung von Satelliten für den niedrigen Erdorbit den Vereinigten Staaten noch immer beträchtlich hinterher. Zhang Zhilong, außerordentlicher Professor an der Beijing University of Posts and Telecommunications, glaubt, dass es fünf bis zehn Jahre dauern könnte, bis chinesische Unternehmen mit der Startzahl von Starlink gleichziehen. Das gesamte Ökosystem, einschließlich der Standards für die direkte Verbindung zu Mobilgeräten, der Preisgestaltung für Endgeräte und der Servicepakete, befinde sich noch in der Erprobungsphase und die gesamte Wertschöpfungskette müsse enger koordiniert werden, so Zhang.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Orbit,China,Rekordanträge,ITU