Rekord
Chinas Außenhandel durchbricht 2025 die Marke von 45 Billionen Yuan
Chinas Warenhandel erreichte 2025 mit einem Volumen von 45,47 Billionen Yuan (6,51 Billionen US-Dollar) einen neuen Rekordwert und übertraf erstmals die 45-Billionen-Yuan-Marke, wie am Mittwoch veröffentlichte offizielle Daten zeigten. Das entspricht einem Wachstum von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit blieb China auch im vergangenen Jahr die weltweit größte Handelsnation für Waren.
Vor dem Hintergrund vielfältiger interner und externer Unsicherheiten – von zunehmenden geopolitischen Spannungen über Handelskonflikte bis hin zu schwacher globaler Nachfrage – bietet diese Rekordzahl einen Einblick in die Widerstandsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke des chinesischen Außenhandels. Zugleich unterstreiche sie Chinas unersetzbare Rolle als Antriebskraft und Stabilisator globaler Lieferketten, wie Beobachter betonten.
„Diese Leistung hat die Markterwartungen übertroffen, insbesondere angesichts der spürbaren Auswirkungen der Handelskonflikte zwischen China und den USA, steigender globaler Zölle und der Aufwertung des chinesischen Yuan gegenüber dem US-Dollar“, erklärte Wirtschaftsexperte Tian Yun am Mittwoch.
Nach Angaben von Wang Jun, stellvertretender Leiter der chinesischen Zollbehörde (GAC), erreichten Chinas Warenimporte 2025 mit 18,48 Billionen Yuan einen historischen Rekord. Das Land bleibe damit zum 17. Mal in Folge der zweitgrößte Importmarkt der Welt. „Einige Länder politisieren Wirtschafts- und Handelsfragen und beschränken unter verschiedenen Vorwänden den Export von Hochtechnologieprodukten nach China. Andernfalls würde China sogar noch mehr importieren“, so Wang.
Tian wies darauf hin, dass das moderate Importwachstum von 0,5 Prozent dennoch bedeutend sei, da es zeige, wie China seine Entwicklungsdividenden mit der Welt teile – gestützt von einem Konsummarkt mit 1,4 Milliarden Menschen. Dies zeige sich besonders im deutlichen Importwachstum aus Entwicklungsländern und den am wenigsten entwickelten Ländern.
Zudem diversifizierte sich Chinas Exportmarkt im vergangenen Jahr weiter. Wie Zolldaten zeigen, unterhält das Land Handelsbeziehungen mit über 240 Ländern und Regionen, wobei der Handel mit mehr als 190 davon ein positives Wachstum verzeichnete.
Während der Handel mit den USA deutlich zurückging, stieg der Handel mit den Partnerländern der Seidenstraßen-Initiative um 6,3 Prozent im Jahresvergleich und machte 51,9 Prozent des gesamten chinesischen Außenhandelsvolumens aus. Der Handel mit den ASEAN-Mitgliedern wuchs um 8 Prozent, mit Lateinamerika um 6,5 Prozent und mit Afrika sogar um 18,4 Prozent.
„Die Zahlen zeigen, dass chinesische Händler die Belastungen durch US-Zölle bewältigt haben. Die Exportziele wurden erheblich diversifiziert, während immer mehr Länder aktiv ihre Handelsbeziehungen mit China ausbauen, um Stabilität und Sicherheit zu gewinnen“, analysierte Zhou Mi, Senior Researcher der Chinese Academy of International Trade and Economic Cooperation, am Mittwoch.
Parallel zu dieser Entwicklung gewannen auch chinesische Hochtechnologieexporte weiter an Schwung – ein Trend, der mit dem industriellen Wandel des Landes einhergeht. So stiegen die Exporte von Hochtechnologieprodukten im Jahr 2025 um 13,2 Prozent auf 5,25 Billionen Yuan. Besonders deutlich war das Wachstum bei Industrierobotern, deren Exporte um 48,7 Prozent zunahmen und erstmals die Importe überstiegen, was China zum Nettoexporteur in diesem Bereich machte.
Zur Handelsaussicht für das laufende Jahr erklärte Wang Jun, dem globalen Handel fehle es insgesamt an Wachstumsdynamik, und die Entwicklung des chinesischen Außenhandels stehe weiter vor einem ernsten und komplexen externen Umfeld. „Gleichzeitig müssen wir erkennen, dass Chinas institutionelle Stärken, Marktvorteile, ein robustes Industriesystem und qualifizierte Personalressourcen deutlicher hervortreten. Unsere Handelspartner sind diverser geworden und die Risikoresistenz hat sich erheblich verbessert. Die Grundlagen des chinesischen Außenhandels bleiben solide.“
Tian prognostizierte, dass der chinesische Außenhandel trotz geopolitischer Belastungen im laufenden Jahr voraussichtlich um rund 5 Prozent wachsen und damit die 46-Billionen-Yuan-Marke erreichen könnte.













