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Konferenz

Fusionsenergie tritt in entscheidende Phase ein

german.china.org.cn  |  
19.01.2026

Chinas Entwicklung einer kontrollierbaren Kernfusion nähere sich einem historischen Wendepunkt, sagten Experten und Unternehmer. Erste Demonstrationsprojekte zur Stromerzeugung aus Fusionsenergie könnten bereits um das Jahr 2030 realisiert werden.

HL-2M-Tokamak. (Foto/Xinhua)

Vom Freitag bis Samstag fand die Fusion Energy Technology and Industry Conference 2026 in der ostchinesischen Stadt Hefei statt. Die Anwesenheit von über 1.500 Branchenteilnehmern unterstrich die wachsende Konvergenz von Wissenschaft, Industrie und Kapital im Bereich der Fusionsforschung.

Bei der Kernfusion verschmelzen zwei Atomkerne zu einem neuen Kern. Die Fusionsenergie versucht, die Kernreaktionen der Sonne nachzuahmen, um kohlenstofffreien Strom zu erzeugen und so eine sichere, kontrollierbare „künstliche Sonne” auf der Erde zu schaffen.

Wenn dies gelingt, könnte eine nahezu unerschöpfliche Quelle sauberer Energie ohne CO₂-Emissionen entstehen. Gleichzeitig werden dadurch die Sicherheitsrisiken herkömmlicher Kernkraftwerke erheblich verringert.

Ein auf der Konferenz vorgestellter Bericht besagt, dass Chinas Entwicklung der Fusionsenergie in eine entscheidende Phase eingetreten sei und sich nun von wissenschaftlichen Experimenten zu praktischen Energiesystemen verlagere.

Song Yuntao, Leiter des Instituts für Plasmaphysik an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, erklärte: „Die Fusion ist nicht länger nur ein physikalisches Experiment. Sie wird zunehmend zu einem energietechnischen Projekt. Die entscheidende Frage ist nun, wie man sie baut, betreibt und wirtschaftlich rentabel macht.“

Xu Qiang, Chefanalyst für Energie und Umwelt bei Guotai Haitong Securities, sagte: „Chinas Vorteil bei der Entwicklung der Fusion besteht darin, staatlich geführte Forschungseinrichtungen mit der wachsenden Beteiligung privater Unternehmen zu verbinden. Das verbessert die Geschwindigkeit der Technologieiteration und Kommerzialisierung erheblich.“

Vorzeige-Anlagen wie der „Experimental Advanced Superconducting Tokamak (EAST)“ in Hefei haben Weltrekorde aufgestellt, indem sie Plasmatemperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius für mehr als 1.000 Sekunden aufrechterhalten haben. 

Guotai Haitong Securities schätzt, dass die 2025 aufgelegten börsengehandelten Fonds (ETFs) im Bereich Kernfusion 70 Milliarden Yuan an neuem Kapital in die entsprechenden Sektoren gebracht haben. Dies spiegelt steigende Erwartungen wider, dass Projekte im Bereich Fusion in den kommenden Jahren zu Ausrüstungsaufträge führen könnten.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Fusionsenergie,China,Entwicklung