Wie können China und Kanada eine neue Art der strategischen Partnerschaft aufbauen?

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat mit seinem jüngsten Besuch in China ein politisches Signal gesetzt. Bei Gesprächen in Beijing sprachen er und Chinas Staatspräsident Xi Jinping von einer Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und gemeinsamer Entwicklung beruht. Doch wie lässt sich dies in konkrete Politik übersetzen?
Der Schlüssel liegt zunächst im politischen Vertrauen. China und Kanada unterscheiden sich in ihren politischen Systemen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, teilen jedoch ein grundlegendes Interesse an stabilen internationalen Beziehungen. Eine tragfähige Partnerschaft erfordert, dass beide Seiten die Souveränität, territoriale Integrität sowie die jeweiligen Entwicklungswege des anderen respektieren.
Ebenso entscheidend ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit. China ist derzeit der zweitgrößte Handelspartner Kanadas. Eine kürzlich vom Ipsos Group veröffentlichte Umfrage zeigt, dass über die Hälfte der Kanadier eine stärkere Handelsverbindung und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China befürwortet. Während Carneys Besuch verständigten sich beide Länder darauf, die Kooperation in Bereichen wie Handel, Energie, Landwirtschaft und Finanzwesen auszubauen, was neue Impulse für die Entwicklungen beider Länder und der Welt liefert.
Langfristig trägt eine Partnerschaft nur dann, wenn sie auf einem breiten gesellschaftlichen Fundament steht. Der Austausch zwischen den Menschen bildet diese Basis. Die Wiederaufnahme des Gemeinsamen Kulturkomitees zwischen China und Kanada soll die Zusammenarbeit in Kultur, Bildung, Kunst und der Kreativwirtschaft beleben und zugleich den Reise- und Personenaustausch erleichtern.
Das Jahr 2026 markiert für beide Länder einen bedeutenden Wendepunkt: China startet in seinen 15. Fünfjahresplan, Kanada setzt einen neuen Haushaltsplan um. Beide stehen vor großen Herausforderungen in Bezug auf Wirtschaftswachstum und der Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung. Gelingt es, bestehende Differenzen konstruktiv zu handhaben, Vertrauen zu festigen und die Zusammenarbeit zu vertiefen, können China und Kanada den Grundstein für eine stabile und zukunftsorientierte Partnerschaft legen.













