Weltwirtschaftsforum
China ruft zu Zusammenarbeit und Freihandel auf
China hat am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz eine klare Botschaft für Freihandel, Multilateralismus und Zusammenarbeit gesendet. Der stellvertretende Ministerpräsident He Lifeng appellierte dabei angesichts der geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Konflikte für einen Dialog und gemeinsame Problemlösung.

In seiner Rede in Davos betonte er, dass die wirtschaftliche Globalisierung zwar Mängel aufweise, aber nicht vollständig abgelehnt werden dürfe. Es gebe bei Zöllen und Handelskriegen keine Gewinner, warnte er.
He erklärte, China sei entschlossen, mit seinen Handelspartnern durch seine eigene Entwicklung und seinen Beitrag zum globalen Wachstum gemeinsamen Wohlstand zu fördern.
Das Land wolle nicht nur die „Fabrik der Welt”, sondern auch der „Markt der Welt” sein, indem es seine Importe ausweite und sich globalen Produkten und Dienstleistungen weiter öffne.
Er wies darauf hin, dass Dienstleistungen mittlerweile etwa zwei Drittel des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen. China weise seit langem ein Defizit im Dienstleistungshandel auf, was die wachsende Nachfrage nach ausländischen Dienstleistungen widerspiegelt.
Der Vize-Ministerpräsident betonte auch, Unterschiede zwischen Ländern mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen, Entwicklungsstufen und Kulturen seien normal. Solche Differenzen sollten durch gegenseitigen Respekt, gleichberechtigte Konsultationen und Vertrauensbildung im Dialog gelöst werden – nicht durch Konfrontation oder Feindseligkeit.
Zur chinesisch-amerikanischen Beziehung sagte He, dass die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwar Schwankungen unterworfen gewesen seien, der Dialog jedoch zur allgemeinen Stabilität beigetragen habe. Die Erfahrung zeige, dass sowohl China als auch die USA von der Kooperation profitierten und bei Konfrontation Verluste erlitten. Gleichberechtigte Konsultationen und gemeinsames Handeln könnten mehr Lösungen als Probleme schaffen.
Er hob die stabile Wirtschaftsleistung Chinas in den letzten Jahren hervor: In den vergangenen fünf Jahren ist die chinesische Wirtschaft um durchschnittlich etwa 5,4 Prozent pro Jahr gewachsen, erreichte nun ein Volumen von rund 140 Billionen Yuan (20,1 Billionen US-Dollar) und hat damit jährlich rund 30 Prozent zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen.
Dieses Wachstum sei vor allem auf Reform, Öffnung und Innovation zurückzuführen – nicht auf sogenannte staatliche Subventionen, betonte der Vize-Ministerpräsident. Die chinesische Wirtschaft basiere auf soliden Fundamenten, sei äußerst widerstandsfähig und besitze ein erhebliches langfristiges Potenzial, gestützt durch fortlaufende Marktöffnung und die Entwicklung der Produktivkräfte neuer Qualität.
Børge Brende, Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums, lobte die Bemerkung des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten, dass die Weisheit von Davos im Dialog liege.
In den 1980er Jahren machte China nur rund 2 Prozent des globalen BIP aus, heute liegt dieser Anteil bei fast 20 Prozent. China beschreite daher einen sehr wichtigen Weg, fügte Brende hinzu.













