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China verabschiedet Masterplan zur Förderung der Sprache und Kultur

german.china.org.cn  |  
21.01.2026

Beijing setzt auf eine umfassende Strategie zur Förderung des kulturellen Erbes und der sprachlichen Identität. Bis 2035 sollen modernste Technologien und traditionelle Werte den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigen.

Mit einem nationalen Plan will China das sprachliche und kulturelle Erbe des Landes systematisch fördern. Mit klar definierten Zielen für die Jahre 2030 und 2035 strebt die Regierung eine Stärkung der Sprachkompetenz und des Gemeinschaftsgefühls der chinesischen Staatsbürger an. Laut einer am Montag vom Bildungsministerium und sechs weiteren Behörden veröffentlichten Richtlinie soll bis 2030 ein strukturiertes System zur Bewahrung und Entwicklung der chinesischen Sprache und Kultur etabliert werden. Dabei werden Fortschritte in der wissenschaftlichen Forschung, der Bildung, der digitalen Transformation sowie im internationalen Austausch angestrebt. Bis zum Jahr 2035 sollen die Sprach- und Kulturförderung sowie die Sprachkompetenz aller Bürger umfassend verbessert werden.

Dieses Vorhaben dient als wesentliche Stütze für Chinas langfristiges Ziel, das Land in jeder Hinsicht zu einem modernen sozialistischen Staat auszubauen. Ein zentraler Aspekt des Plans ist die landesweite Ausweitung der Verwendung von Standardchinesisch in Wort und Schrift, während gleichzeitig die Sprachen der ethnischen Minderheiten bewahrt werden sollen. Die Initiative zielt darauf ab, das kulturelle Erbe innovativ zu transformieren und es fest in das Schulsystem, das lebenslange Lernen sowie in die sozioökonomische Entwicklung zu integrieren. Insbesondere bei jungen Menschen soll so die Sprachkompetenz nachhaltig gestärkt werden.

Um diese Strategie umzusetzen, setzt China auf eine Kombination aus Bildung, Ressourcenschutz und Digitalisierung. Geplant ist eine tiefgreifende Erforschung des kulturellen Kerns des Schriftsystems, um dessen Bedeutung für die chinesische Identität und den nationalen Geist hervorzuheben. Durch die Popularisierung der gemeinsamen Sprache soll zudem der soziale Zusammenhalt gestärkt werden. Die verstärkte Förderung von Sprache und Kultur soll laut dem Leitfaden die kulturelle Identität festigen und eine „gemeinsame geistige Heimat“ für alle ethnischen Gruppen schaffen.

Im Bildungsbereich sieht die Reform vor, die Sprachkultur über alle Ebenen hinweg – von der Grundschule bis zur Universität – zu integrieren und mit moralischer, ästhetischer und praktischer Erziehung zu verknüpfen. Zu den praktischen Maßnahmen gehören die Erforschung der Evolution historischer Schriften wie der Orakelknochen- und Siegelschrift sowie die Förderung der Kalligrafie. Hochschulen werden ausdrücklich ermutigt, Kurse in Bereichen wie digitalem Chinesisch und der Anwendung von Large Language Models anzubieten. Parallel dazu sollen die Anstrengungen zur Archivierung antiker Schriften intensiviert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Digitalisierung und der Erstellung spezialisierter Datenbanken für modernes und traditionelles Chinesisch.

Das Programm wird durch eine Talentstrategie flankiert, die durch gezielte Anreize führende Wissenschaftler und Innovationsteams hervorbringen soll, um beispielsweise die Kontinuität der Forschung an Orakelknochen zu sichern. Auch der Austausch über Sprache und Kultur zwischen dem chinesischen Festland und den Regionen Hongkong, Macao und Taiwan soll ausgebaut werden. Auf internationaler Ebene plant China, die Förderung der chinesischen Sprache durch Programme wie „Chinese Bridge“ und den „Internationalen Tag der chinesischen Sprache“ weiter auszubauen. Der gesamte Prozess steht dabei unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Zur Umsetzung arbeiten verschiedene Ministerien und Behörden zusammen. Auch lokale Regierungen und Institutionen sind aufgefordert, die Sprach- und Kulturförderung in ihre Regionalplanung und ihr Stadtmanagement zu integrieren.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Förderung,Sprache,Kultur