Durch technologischen Wandel und gezielte Impulse
Chinas Wirtschaft bekommt 2026 neuen Aufwind
Internationale Institutionen und globale Konzerne blicken in diesem Jahr optimistisch auf Chinas Wirtschaft. Trotz kurzfristiger Herausforderungen setzen Beijings Reformen auf hochwertiges Wachstum und eine Stärkung des Binnenmarktes.

Internationale Finanzinstitutionen und Führungskräfte globaler Konzerne äußern sich zunehmend zuversichtlich über die Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Dieser Optimismus ruht auf drei Säulen: der wirtschaftlichen Resilienz des Landes, einer robusten politischen Flankierung sowie der beschleunigten Transformation durch neue Technologien. Während kurzfristige Unsicherheiten bestehen bleiben, stützen ein hoch entwickeltes Industriesystem, steigende Produktivität und ein gewaltiger Binnenmarkt die Erwartungen für eine stabile Wachstumsdynamik im laufenden Jahr.
Neuausrichtung der Binnennachfrage
Ein zentraler Pfeiler dieser Entwicklung ist die Neuausrichtung auf die Binnennachfrage. Experten gehen davon aus, dass der private Konsum – unterstützt durch eine proaktive Fiskalpolitik und weitere geldpolitische Lockerungen – zum Hauptmotor des Wachstums wird. Lu Ting, Chefökonom für China bei der japanischen Nomura-Gruppe, verweist in diesem Zusammenhang auf das reale BIP-Wachstum von 5,0 Prozent im Jahr 2025. Dass dieser Wert trotz erheblicher externer Unwägbarkeiten erreicht wurde, unterstreiche die Widerstandsfähigkeit des Standorts. Laut Lu profitiert China massiv von seiner breiten industriellen Basis und signifikanten Skaleneffekten, die durch die schiere Größe des Marktes Kosten senken und die Effizienz steigern.
Die politische Führung in Beijing hat diese Richtung klar vorgegeben. Chinas Staatspräsident Xi Jinping betonte bereits zu Beginn des Jahres, dass die Qualität und Effizienz der inländischen Wirtschaftskreisläufe so gesteigert werden sollten, dass die Inlandsnachfrage dauerhaft die tragende Säule bei der Wirtschaftsentwicklung bildet. Um bestehende Engpässe bei der Nachfrage zu beheben, setzen Ökonomen auf eine gezielte Unterstützung der privaten Haushalte und eine Belebung privater Investitionen. Diese Maßnahmen sollen das Fundament für ein robustes Wachstum während des gesamten 15. Fünfjahresplans (2026–2030) legen.
Flankiert wird dieser Kurs durch eine aktive Fiskal- und Geldpolitik. „Die Fiskalpolitik wird eine führende Rolle bei der Wachstumsstabilisierung spielen“, prognostiziert Lu. Er erwartet unter anderem eine vermehrte Emission von ultralangfristigen Sonderstaatsanleihen, die den Immobiliensektor stützen und die Nachfrage ankurbeln sollen. Parallel dazu signalisiert die chinesische Zentralbank Spielraum für Zinssenkungen und eine Reduzierung des Mindestreservesatzes (RRR), wodurch die Banken mehr Liquidität für die Kreditvergabe erhalten. Pan Gongsheng, Gouverneur der People’s Bank of China, bekräftigte jüngst das Ziel, ein stabiles finanzielles Umfeld für hochwertiges Wachstum zu schaffen.
Investition in Zukunftstechnologien
Auch bei den Investitionen zeichnet sich eine Belebung ab. Shan Hui, Chefökonomin für China bei Goldman Sachs, geht davon aus, dass vor allem Großprojekte in den Bereichen künstliche Intelligenz, Technologie und moderne Stromnetze die Investitionstätigkeit ankurbeln werden. Zwar zeigt sich der Konsum der privaten Haushalte derzeit noch uneinheitlich – wobei Dienstleistungen stärker nachgefragt werden als Güter –, doch die sinkende Schuldenlast der Lokalregierungen dürfte den staatlichen Konsum erhöhen und somit die Gesamtnachfrage stützen.
Das Vertrauen in China als Standort spiegelt sich auch in den Plänen multinationaler Unternehmen wider. So baut etwa der französische Industriekonzern Schneider Electric seine Präsenz massiv aus. Laut Yin Zheng, dem für China und Ostasien zuständigen Executive Vice President des Unternehmens, wird im südostchinesischen Xiamen in der ersten Jahreshälfte 2026 ein neuer Industriepark in Betrieb gehen. Dieser wird die weltweit größte Produktionsstätte von Schneider für Mittelspannungsprodukte. Mit der Förderung sogenannter „Produktivkräfte neuer Qualität“ und der weiteren Öffnung des Marktes für internationale Kooperationen sendet China ein deutliches Signal an globale Investoren: Das Land setzt auf eine effizienzgetriebene Modernisierung und bleibt ein unverzichtbarer Partner im globalen Handel.











