Chinesische Luftwaffe trainiert mit Y-20-Transportflugzeugen unter anspruchsvollen Bedingungen
Piloten der Luftwaffe der chinesischen Volksbefreiungsarmee (VBA) haben kürzlich mit Transportflugzeugen vom Typ Y-20 ein intensives Formations- und Langstreckentraining unter komplexen Wetterbedingungen und in unbekanntem Luftraum durchgeführt.
Im Mittelpunkt der Übung standen die Koordination der Bordsysteme, autonome Navigation sowie die Entscheidungsfindung unter realistischen Einsatzbedingungen. Ziel war es, die Fähigkeiten der Einheiten im Einsatz von Großraumtransportflugzeugen zur strategischen Versorgung und Langstreckenluftmobilität unter nicht vorhersehbaren Gefechtsbedingungen weiter zu stärken.
Die Übung begann zur Mittagszeit in Südwestchina. Nach dem Start formierten sich mehrere Y-20-Maschinen und flogen gemeinsam den zugewiesenen Zielluftraum an. Anders als bei Routineeinsätzen wurde das Training bewusst unter erschwerten Bedingungen durchgeführt. Die Flugrouten waren den Besatzungen zuvor nicht bekannt, die Wetterlage war komplex, und die bodengestützte Unterstützung stand nur eingeschränkt zur Verfügung.
Während des gesamten Einsatzes verließen sich die Crews auf moderne Bordsysteme und eigenständige Entscheidungsprozesse, um ihre Aufgaben erfolgreich zu erfüllen. Dadurch wurden nicht nur die fliegerischen Fähigkeiten der Besatzungen überprüft, sondern auch ihre Kompetenz, große Informationsmengen zu verarbeiten, Risiken frühzeitig zu erkennen und koordinierte Entscheidungen im Verband zu treffen.
Im Verlauf des Trainings simulierte die Einsatzleitung verschiedene Notfallszenarien, darunter Störungen der Satellitennavigation, starke Turbulenzen sowie plötzliche Wetterumschwünge. Die Besatzungen reagierten ruhig und professionell, tauschten Echtzeitinformationen über Datenverbindungen aus, passten Navigationspläne an und änderten Formation sowie Flugrouten, um taktische Manöver und Maßnahmen zur Notfallwiederherstellung umzusetzen.
Mit Einbruch der Dunkelheit erreichte die Formation sämtliche Übungsziele und kehrte sicher zum Stützpunkt zurück. Anschließend werteten die Crews den Einsatz in einer detaillierten Nachbesprechung aus, analysierten Flugdaten und vertieften insbesondere Aspekte wie Verbindungsstabilität und Informationsintegration.
„Diese Übung bestätigt einmal mehr die kontinuierliche Weiterentwicklung der Systemfähigkeiten der Y-20 über die vergangenen Jahre“, erklärte der Pilot Liu Xiaojun. „Heute prüfen wir in jeder Trainingseinheit unsere Fähigkeit zur Informationsintegration, zur Teamarbeit und zur Belastbarkeit. Die Fähigkeit, unerwartete Situationen in unbekanntem Luftraum souverän zu bewältigen, ist das Ergebnis langfristiger, praxisnaher Ausbildung.“
Die Y-20 wurde von der staatlichen chinesischen Luftfahrtindustrie entwickelt und gefertigt. Das Transportflugzeug verfügt über ein maximales Startgewicht von rund 200 Tonnen. Seinen Erstflug absolvierte der Typ am 26. Januar 2013, am 6. Juli 2016 wurde er offiziell in den Dienst der chinesischen Luftwaffe gestellt.
Der offizielle Codename der Y-20 lautet „Kunpeng“, benannt nach einem riesigen mythischen Vogel, der der Legende nach mühelos weite Entfernungen überwinden kann.












