share
Home> Wirtschaft

Gewinnwende in China

Ausländische Industrieunternehmen finden zurück auf Wachstumskurs

german.china.org.cn  |  
28.01.2026

Nach drei Jahren des Rückgangs verzeichneten internationale Firmen in China im Jahr 2025 ein deutliches Plus. Besonders die Hightech-Branchen treiben die Erholung voran, während strukturelle Herausforderungen für staatliche Akteure bestehen bleiben.

Ausländische Industrieunternehmen in China haben im vergangenen Jahr eine entscheidende Kehrtwende vollzogen. Nach einer dreijährigen Phase rückläufiger Erträge kehrten die Gewinne im Jahr 2025 auf den Wachstumskurs zurück. Dieser Aufschwung signalisiert eine neue Dynamik im Industriesektor und unterstreicht das wachsende Vertrauen internationaler Investoren in China. Experten sehen darin ein Zeichen, dass die Industriewirtschaft ihre Talsohle durchschritten hat und nun in eine Phase eintritt, die durch höhere Qualität und Effizienz geprägt ist.

Laut aktuellen Daten des Staatlichen Amtes für Statistik (NBS) erwirtschafteten ausländisch finanzierte Industriebetriebe sowie Unternehmen aus den Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macao und aus Taiwan im Jahr 2025 einen Gesamtgewinn von 1,74 Billionen Yuan (rund 250 Milliarden US-Dollar). Dies entspricht einem Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Zuwachs beendet eine Negativserie. In den Jahren 2022 bis 2024 waren die Gewinne jeweils um 9,5 Prozent, 6,7 Prozent bzw. 1,7 Prozent gesunken. Auch das Gesamtergebnis aller größeren Industriebetriebe im Land stabilisierte sich mit einem leichten Zuwachs von 0,6 Prozent auf insgesamt ca. 7,4 Billionen Yuan.

Analysten führen die Erholung vor allem auf Chinas Stärke in der modernen Fertigung und in den Lieferketten für neue Energien zurück. Laut Liu Chunsheng, Professor an der Central University of Finance and Economics, profitierten die Unternehmen zudem von der weiteren Marktöffnung sowie von gezielten Anreizen für Investitionen in Hightech-Sektoren und in den zentralen und westlichen Regionen des Landes. „Die Trendwende wurde sowohl durch eine Erholung der Nachfrage – gestützt durch staatliche Förderprogramme für Konsumgüter und robuste Exporte – als auch durch angebotsseitige Verbesserungen vorangetrieben“, erklärt Liu. Dazu zählten insbesondere Bemühungen, einen destruktiven Preiswettbewerb einzudämmen.

Besonders beeindruckend ist die Bilanz im Bereich der Spitzentechnologie. In Sparten wie der Produktion intelligenter Drohnen, integrierter Schaltkreise und der Halbleiterausrüstung haben sich die Gewinne im Jahr 2025 teilweise mehr als verdoppelt. Diese Innovationskraft wirkt wie ein Magnet auf globale Konzerne. So kündigte etwa der deutsche Werkstoffhersteller Covestro an, seine Investitionen in China auszuweiten. Das Unternehmen hat erst kürzlich eine neue Anlage für thermoplastisches Polyurethan im südchinesischen Zhuhai in Betrieb genommen. Wie Monique Buch, Vorstandsmitglied bei Covestro, betont, gewinnt Chinas Innovations-Ökosystem für multinationale Unternehmen zunehmend an Attraktivität.

Trotz der positiven Zahlen bleibt das Bild auf dem chinesischen Markt differenziert. Während kleine und mittlere Unternehmen ein Gewinnwachstum von 1,4 Prozent verzeichneten, standen staatlich kontrollierte und börsennotierte Industrieunternehmen weiterhin unter Druck. Deren Gewinne sanken im vergangenen Jahr um 3,9 bzw. 0,1 Prozent. Su Jian, Direktor des National Center for Economic Research der Peking-Universität, warnt, dass die Erholung fragil bleiben könnte, da größere Staatsunternehmen oft weniger agil auf den notwendigen Strukturwandel reagieren als kleinere, innovative Firmen. Zudem belasten externe Unsicherheiten und globale Handelsrisiken weiterhin die Prognosen für das laufende Jahr.

Für das Jahr 2026 zeigen sich Ökonomen dennoch vorsichtig optimistisch. Ein stabiler Konsum und resiliente Exporte dürften die Nachfrage weiter stützen. Für eine nachhaltige Erholung sei es jedoch entscheidend, dass die Vitalität ausländischer Firmen und KMU auf den breiten privaten Sektor übertragen werden könne und dass politische Unterstützungsmaßnahmen alle Unternehmensebenen gleichermaßen erreichten. So äußerte sich beispielsweise Charlie Zheng, Chefökonom bei Samoyed Cloud Technology Group Holdings. Die Gewinnunterschiede zwischen KMU und anderen privaten Unternehmen deuteten auf mögliche Engpässe bei der Umsetzung politischer Maßnahmen hin, so der Experte. Er warnte zudem vor einer Verzerrung, bei der die KMU von den politischen Maßnahmen profitieren, während die größeren Unternehmen benachteiligt werden.

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Ausländische Industrieunternehmen,Wachstumskurs,Gewinnwende