share
Home> China

China verschärft Überwachung des Nipah-Virus nach Ausbruch in Indien

german.china.org.cn  |  
29.01.2026

Nachdem sich in Indien mehrere Menschen mit dem Nipah-Virus infiziert haben,  rüstet China seine Kapazitäten zur Seuchenbekämpfung massiv auf. Auch wenn das Risiko einer Infektionswelle in China derzeit als gering eingestuft wird, haben die Behörden bereits umfassende Risikobewertungen eingeleitet und die Testinfrastruktur gestärkt, um auf eine mögliche Einschleppung von Fällen vorbereitet zu sein.

Die chinesische Behörde für Krankheitskontrolle und -prävention teilte mit, dass bis zum vergangenen Dienstag kein Fall des Nipah-Virus in China nachgewiesen wurde. Dennoch reagieren die Gesundheitsverantwortlichen präventiv: Neben einem verstärkten Monitoring wurden die Testkapazitäten landesweit ausgebaut und das medizinische Personal speziell geschult. Da China keine direkte Grenze mit dem betroffenen indischen Bundesstaat hat, in dem die Krankheit ausgebrochen ist, bleibt die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren Ausbreitung in China gering.

Ein tödlicher Erreger aus dem Tierreich

Das Nipah-Virus ist ein sogenannter zoonotischer Erreger, der vom Tier auf den Menschen überspringen kann. Als primäre natürliche Wirte gelten Flughunde. Der Erreger wurde erstmals in den 1990er-Jahren in Malaysia identifiziert und kann auch über Schweine sowie von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Die Infektion geht mit schweren klinischen Symptomen einher, die von hohem Fieber und Atembeschwerden bis hin zu Schwindel, Erbrechen und Krampfanfällen reichen. Besonders besorgniserregend ist die hohe Sterblichkeit: Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Letalität zwischen 40 und 75 Prozent. Da es bislang keine spezifischen Medikamente oder Impfstoffe gibt, beschränkt sich die Behandlung primär auf eine unterstützende Pflege zur Kontrolle von Komplikationen.

Vorsorge und technologische Aufrüstung

Trotz der Gefahr des Virus weist die chinesische Verwaltung darauf hin, dass die hohe Sterblichkeit paradoxerweise die Ausbreitungsgeschwindigkeit begrenzt. Zudem sei die Überlebensfähigkeit des Virus in normaler Umwelt schwach. Dennoch bleibt das Risiko eingeschleppter Fälle bestehen, weshalb die Vorsorgemaßnahmen verstärkt werden müssen.

China sieht sich technisch gut gerüstet. Die Behörden erklärten, dass Nukleinsäure-Testkits (PCR-Tests) für das Nipah-Virus bereits entwickelt, produziert und auf Vorrat gelagert wurden. Alle Krankheitskontrollzentren auf Provinzebene seien nun in der Lage, gezielte Labortests zur Früherkennung durchzuführen. Während Reisenden in betroffene Regionen zu strenger Hygiene geraten wird, gibt es Hoffnung aus der Forschung: Chinesische Wissenschaftler berichteten im Fachmagazin Emerging Microbes & Infections, dass das ursprünglich für COVID-19 entwickelte antivirale Medikament „VV116“ eine signifikante Wirkung gegen das Nipah-Virus gezeigt habe und ein vielversprechender Kandidat für eine orale Therapie sei.

Regionale Wachsamkeit in Asien

Während das indische Gesundheitsministerium meldet, dass der Ausbruch in West-Bengalen mit zwei bestätigten Fällen unter Kontrolle gebracht wurde, haben auch andere asiatische Staaten ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Thailand führt an Flughäfen Temperaturkontrollen und Gesundheitsabfragen für Reisende aus Risikogebieten durch. Auch Myanmar und die Philippinen haben ihre Überwachungsmaßnahmen intensiviert und die Bevölkerung zur Wachsamkeit aufgerufen, insbesondere aufgrund der dort existierenden großen Populationen von Flughunden.

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Nipah-Virus,Indien,Ausbruch