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Trotz des Gegenwinds

Chinas Fertigungssektor zeigt sich widerstandsfähig

german.china.org.cn  |  
02.02.2026

Chinas verarbeitendes Gewerbe zeigt sich trotz gedämpfter Gesamtdaten robuster als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie sank im Januar zwar auf 49,3 Punkte, doch innovative Branchen und die Produktion expandierten weiter – ein Signal für eine strukturelle Stabilisierung der zweitgrößten Volkswirtschaft.

Zum Auftakt des Jahres 2026 hat Chinas verarbeitendes Gewerbe eine bemerkenswerte Resilienz bewiesen. Wie offizielle Daten des Nationalen Statistikbüros (NBS) zeigen, setzten Produktion und innovationsgetriebene Sektoren ihre Expansion im Januar fort, während der Gesamtindex für die Fabrikaktivität aufgrund saisonaler Faktoren geringfügig zurückging.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe sank im Januar auf 49,3 Punkte, nachdem er im Dezember noch bei 50,1 gelegen hatte. Damit rutschte der Index knapp unter die kritische Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Kontraktion trennt. Dieser Rückgang wird primär auf die Auswirkungen des bevorstehenden chinesischen Neujahrsfestes sowie eine schwache Binnennachfrage zurückgeführt. Dennoch hielt die Dynamik auf der Angebotsseite an. Vor allem innovationsstarke Segmente fungieren weiterhin als wichtige Stabilisatoren, während die Regierung ihre Bemühungen verstärkt, um ein solides Fundament für das laufende Jahr zu schaffen.

High-Tech-Sektor als Wachstumsmotor

Strategisch wichtige Segmente trotzten dem Trend und zeigten eine starke Performance. So lag der PMI für die High-Tech-Fertigung im Januar bei 52 Punkten und hielt sich damit den zweiten Monat in Folge deutlich über der Wachstumsschwelle. Auch der Maschinenbau signalisierte mit einem Wert von 50,1 Punkten eine fortgesetzte Expansion.

Wang Qing, Chefanalyst bei Golden Credit Rating International, betonte, dass die Widerstandsfähigkeit der High-Tech-Branchen und des Produktionsoutputs durch robuste Exporte gestützt worden sei – insbesondere durch die starke globale Nachfrage nach Halbleitern. Während der Teilindex für neue Aufträge mit 49,2 Punkten im Bereich der Kontraktion verharrte, lag der Teilindex für die Produktion mit 50,6 Punkten weiterhin im positiven Bereich. Besonders optimistisch stimmt der Ausblick der Unternehmen selbst. Der Teilindex für die Geschäfts- und Produktionserwartungen erreichte 52,6 Punkte. Dies deutet auf ein hohes Vertrauen der Hersteller in die nahe Zukunft hin.

Politischer Spielraum für das Jahr 2026

Da 2026 das erste Jahr des 15. Fünfjahresplans (2026–2030) ist, hat für die politischen Entscheidungsträger die Sicherung eines starken Wirtschaftsstarts oberste Priorität. Experten erwarten, dass die fiskalpolitischen Mittel und Maßnahmen bereits früh im Jahr bereitgestellt werden. Dazu gehören beschleunigte Staatsausgaben, Subventionen für Konsumentenkredite sowie die zügige Ausgabe von Spezialanleihen durch Lokalregierungen.

Auch geldpolitisch ist mit weiteren Lockerungen zu rechnen. Analysten prognostizieren Senkungen des Leitzinses und des Mindestreservesatzes (RRR) für Banken im Laufe des ersten oder zweiten Quartals.

Internationales Vertrauen bleibt ungebrochen

Trotz statistischer Schwankungen setzen ausländische Unternehmen weiterhin auf die langfristige Stabilität der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Brian McNamara, der CEO des britischen Konsumgüterherstellers Haleon, unterstrich die Bedeutung Chinas für die globalen Ambitionen seines Konzerns. Faktoren wie die alternde Bevölkerung, eine wachsende Mittelschicht und ein steigendes Gesundheitsbewusstsein kurbeln die Nachfrage an. Haleon untermauert sein Engagement in China mit massiven Investitionen: So wurde etwa eine Übernahme in Tianjin im Wert von rund 700 Millionen britischen Pfund getätigt und der Produktionsstandort in Suzhou modernisiert, um den dynamischen Anforderungen des chinesischen Marktes besser gerecht zu werden.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Fertigungssektor,PMI